Death Toll 80K – Harsh Realities

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Habt ihr auch die Schnauze voll, dass man so Crap wie We Butter The Bread With Butter als „Grindcore“ verkaufen will? Oder dass Grindcore immer mit Gedärmen und Pornografie in einen Topf geworfen wird? Ihr wollt wieder sozialkritischen Grindcore der alten Schule? Ihr steht auf alte Napalm Death, Extreme Noise Terror, Phobia, frühe Bolt Thrower und Insect Warfare? Dann geht leider kein Weg an DEATH TOLL 80K vorbei!

Denn das Debüt-Album der finnischen Band mit (ehemaligen) Mitgliedern von Hooded Menance liefert genau den dreckigen Grindcore, den sogar John Peel gehuldigt hat. Deutlich mit den Wurzeln im Punk, den Groove aus dem Hardcore, den Druck aus dem Thrash und die Wut ganz dick im Bauch.

23 Lieder in 25 Minuten – alleine das spricht eine deutliche Sprache. Doch selbst unter den kurzen Gewalt-Eruptionen finden sich verdammt gute Riffs und nackenbrechende Songs. Das gerade mal knapp 50 sekündige „Drunk On Authority“ ist der beste Beweis. Oder noch zackiger: „Modern-Day Slavery“ mit 39 Sekunden. Kurze, prägnante und absolut kraftvolle Songs.

Doch die wirkliche Stärke haben DEATH TOLL 80K, wenn sie sich etwas mehr Zeit nehmen. Dann kommen richtig dicke Wutklumpen bei rum, die sowohl ordentlich Aggression, wie auch gleichzeitig Identität haben. Ein wichtiger Aspekt in einem Genre, wo bei manchen Bands alle Songs gleich klingen. Doch das Riff aus „Civilian Targets“ sticht hervor, bleibt in Erinnerung. Und „Shepherd“ groovt ohne Ende. „No Escape“ ist schlicht der Hammer! Das ist einer der Top-5 Songs des Jahres. Glücklicherweise findet sich der Song auch zum Anhören und Runterladen auf der Bandcamp-Seite der Truppe. AB! Anhören und Abfeiern! Sofort!!

DEATH TOLL 80K schaffen einen Balance-Akt, den heute nur wenige Grindcore-Bands drauf haben. Sie vermengen kurze und brutale Wutausbrüche mit längeren, eigenständigen Songs und erschaffen mit ihrem ersten Album ein stimmiges Gesamtbild. Sowohl abwechslungsreiches Songwriting wie auch gute Gitarren-Riffs stehen im Vordergrund. Und der Gesang ist schlicht über allem erhaben. Die Growls sind derbe brutal und die schreie einfach nur hasserfüllt und ultra fies. Einfach nur fett.
Harsh Realities“ ist neben „All Guts, No Glory“ (zugegeben, nicht wirklich Grindcore), „End Time“ und „Hater“ wohl die Grindcore-Scheibe des Jahres. Wer sich an eingehend genannten Bands erfreut, kontaktiert FDA Rekotz für die CD, und Rödel Records für die LP-Version, die ein alternatives Artwork hat.

[rating:5.5]

Infos:
FDA Rekotz (CD) / Rödel Records (LP) – Juli 2011
CD/LP – 23 Lieder / 25:31 Min.

http://deathtoll80k.bandcamp.com/
http://www.myspace.com/deathtoll80k
http://www.facebook.com/pages/Death-Toll-80k/200505546660944
http://www.fda-rekotz.com