Azarath – Blasphemers‘ Maledictions

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Die polnischen Ketzer von AZARATH sind zurück. Pünktlich zwei Jahre nach ihrem letzten Album „Praise The Beast“ meldet sich die Band, die wegen ihrem Drummer immer und immer wieder den Behemoth-Vergleich ertragen muss, wieder mit einem neuen Langeisen. Dieses Mal wurde das Konzept des schicken schwarz/weiß Artworks gebrochen. Dennoch ist „Blasphemer’s Maledictions“ nicht un-blasphemischer. Der „Göttliche Funken“ wird auf dem Cover wohl nicht gerade überspringen.

Dem „bunten“ Einband zum Trotz ist die Musik von AZARATH immer noch infernalisch. Und dennoch anders als noch auf dem letzten Album. Wo bei „Praise The BeastImmolation deutlich das große Vorbild für die sinistren Gitarren und bösen Growls waren, zeigt sich „Blasphemers‘ Maledictions“ wesentlich stärker vom Black Metal geprägt. Manche einige Leads erinnern dezent an Dark Funeral. Deutlicher erkennt man aber Parallelen zu Necrophobic, die sich in manchen Riffs und besonders im Gesang niederschlagen.

Gänzlich hat man dem Immolation-Vibe aber nicht abgeschworen. „Under The Will Of The Lord“ hätte problemlos auf „Praise The Beast“ gepasst und ist ein Highlight der aktuellen Scheibe. Das extrem prägnante und mitreißende „Crushing Hammer Of The Antichrist“ schließt sich da genau so an, wie das obskure „Behold The Satan’s Sword“ und „Harvester Of Flames„. Leider halten AZARATH zwischen diesen überaus genialen Nummern nicht das Niveau.

Firebreath Of Blasphemy And Scorn“ ist beispielsweise ein guter Song. Doch nicht wirklich packend. Gleiches gilt für „Holy Possession„. „Lucifer’s Rising“ verliert sich gar in Mittelmäßigkeit. Irgendwie geht zwischen allem Tod und Teufel und Überschall-Drumming irgendwas verloren…

Es bleibt ein gemischtes Gefühl. „Blasphemers‘ Malediction“ ist eigentlich ein gutes Album. Aber zwischen den richtig geilen Songs fehlt es einfach an wirklich spannenden und prägnanten Momenten. So ist es im direkten Vergleich zu „Praise The Beast“ eher enttäuschend. Die vier genannten Highlights der Scheibe kommen aber dennoch auf meine Playlist und werden noch häufiger meine Nachbarn ärgern.

[rating:4]

Infos:
Witching Hour Productions – 29.07.2011
CD/LP – 11 Lieder – 45:20 Min.

http://www.azarath.tcz.pl/
https://www.facebook.com/AzarathBand
http://www.myspace.com/azarath666
http://witchinghour.pl/