Vastum – Carnal Law

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VASTUM offerieren ihr erstes Lebenszeichen mit der Streuweite einer Cluster-Bombe. „Carnal Law“ erscheint sowohl auf Kassette (mit abweichendem Artwork) als auch auf CD und LP. Dank der Netz-Offenheit von 20 Buck Spin, die sich für die CD-Variante des Demos verantwortlich zeigen, kann man „Carnal Law“ sogar als Stream über Bandcamp anhören und als MP3-Dateien erwerben.

Für eine junge Band, die sich gerade mal 2009 gründete, ist diese Offensive schon beeindruckend. Doch gänzlich unbekannt sind die Menschen hinter VASTUM nicht. Zieht man den Drummer ab, besteht VASTUM zu 3/4 aus Acephalix, die im Underground mit ihrer ranzigen Mischung aus Crust und Death Metal bereits für aufsehen gesorgt haben. Ergänzt wird dieses Line-Up um R.D. Davies an den Kesseln und Leila an der zweiten Gitarre und Gesang. Stilistisch unterscheiden sich Acephalix und VASTUM dennoch.

Carnal Law“ spricht deutlich einen altertümlichen Death Metal Dialekt. Stark geprägt vom Doom Metal heben sich VASTUM ein wenig von der aktuell angesagten Retro-Bewegung ab und sprechen mit ihrer schweren und unheilvollen Atmosphäre wohl tendenziell eher Fans von Desecresy an. Doch auch hier gibt es deutliche Unterscheidungsmerkmale. So heavy und böse VASTUM im Prinzip auch sind, so sehr hört man aber auch leichte Ausbrecher aus dem Mantel der Finsternis heraus. Gerade in „Umbra Interna“ hat der Schatten einige Mottenlöcher und klingt im Vergleich zum vorhergehenden „Devoid“ fast schon farbenfroh, mit dem Bum-Batz-Beat ein wenig verspielt. Vielleicht liegt das auch alleinig an den thrashigen Riff? Die unterscheiden nämlich auch den Track „Carnal Law“ deutlich von Desecresy und versehen die Musik von VASTUM mit einer eigenen Note.
Re-Member“ oder „Spirit Abused“ hingegen überzeugen gänzlich durch ihren gelebten Minimalismus, der den Liedern einen hypnotischen, rituellen Charakter verleiht. Besonders die epischen Ausmaße von letztgenanntem Song versetzen den Hörer in einen latenten Dämmerzustand (im positiven Sinne), den man weder im Obituary-Part von „Devoid“ noch im Tanz-Beat von „Umbra Interna“ jemals erwartet hätte.

Als Demo ist „Carnal Law“ interessant. Sicherlich ist das Gesamtbild zwischen tonnenschwerem und abgründigen Doom Death und den konträren, leicht thrashigen Passagen ein wenig Durchwachsen. Doch so sehr diese noch recht krude Mischung deutliches Verbesserungspotential bietet, so sehr erarbeiten sich VASTUM damit ein rohes, faszinierendes Gesicht. In einer wahllos zusammengestellten Playlist konnte „Carnal Law“ meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Und nach eingehender Beschäftigung können VASTUM einen Platz auf meiner Liste der Bands festigen, die ich in der weiteren Entwicklung mal näher im Auge behalten werde.

[rating:4]

Infos:
20 Buck Spin (CD)/Deific Mourning/Contagion (LP)/Deific Mourning (MC) 2011
CD/MC/LP – 6 Lieder / 34:21 Min.

http://www.facebook.com/pages/Vastum/440192535391
http://www.20buckspin.com/
http://listen.20buckspin.com/album/carnal-law