Massacre The Wasteland – World Collapse Countdown

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Hey Du alter Anarchist! Du bist doch auch ein Anhänger des Großen Zerstörers und hattest totalen Gefallen an der letzten Circle Of Dead Children-Platte. Und der nihilistische Charme von Cattle Decapitation ist auch total Dein Ding. Nun wartest Du auf den „World Downfall„, den Terrorizer schon vor langer Zeit angekündigt haben? Dann lehne Dich zurück und lausche in aller Unruhe dem „World Collapse Countdown“ von MASSACRE THE WASTELAND. Gerne auch erstmal zur Probe über das Bandcamp-Profil der trierer Truppe:

Zugegeben, mit den erwähnten Terrorizer haben MASSACRE THE WASTELAND nicht viel zu tun. Dennoch hört man im modernen und zuweilen hoch technischen Death-Grind der Band deutlich die Einflüsse aus dem Hardcore und Grindcore der alten Schule. Zwar nur dezent und wohl akzentuiert, wie in „Mind The Disease“ oder „Moving Forward„. Aber dieses letzte bisschen Menschlichkeit hat sich die Band um den Ichor-Sänger Eric Kuhnen dennoch bewahrt. Ändert aber nichts an der bedrohlichen, fast schon klinisch kalkulierenden Mahnung des weltlichen Endes. Gerade die Beneath The Massacre-artigen Leadgitarren in Kombination mit klirrenden Dissonanzen und sterilem Highspeed-Drumming sind inhuman und abgrundtief hoffnungslos.

Die Welt-Endzeit-Uhr steht auf fünf vor zwölf. Da bleibt nicht viel zweit für große Umschweife. Entsprechend wird der 10-Stufige Countdown in gerade mal 14 Minuten abgefrühstückt – und entfaltet als Gesamtbild seine beste Wirkung. So sehr auch einzelne Songs aus der Maße stechen, wirkt „World Collapse Countdown“ am eindrucksvollsten in der Einheit. Die Songabfolgen, Übergänge und verwendeten Samples machen die Scheibe beeindruckend stimmig. Heute leider eine Seltenheit. Ebenso das wunderschöne Cover. Normalerweise würde ich einem solchen Release keinen großen Freiraum für das Artwork einräumen. Doch hier wurde manuell viel Liebe zum Detail bewiesen. Der Künstler Ozan Yildririm (http://myspace.com/ozanyildirim) verbindet Giger-eske Dystopie mit grobschlächtiger, allzu-menschlicher Ausführung. Ein interessanter Kontrast, der eine passende Wirkung zur Musik hat. Da sollten sich mehr Bands dran orientieren.

Die CD erscheint als handnummeriert und auf 75 exemplare CDr auf schwarzem oder rotem Rohling – wenn ich das nun richtig aus den Bildern interpretiere – und kostet einen schmalen Fünfer, den man als Fan von eingehend genannten Bands gerne investieren darf, nein, sollte. Lediglich am Booklet hat man an dieser Stelle gespart. Die Texte oder etwas mehr Aufmachung hätte ich mir bei dem schön durchdachten Konzept gewünscht. Einfach nur das Weiß des Papiers ist dann doch etwas zu viel Mut zur Freifläche, haha!

[rating:5]

Eigenproduktion – 2011
CD – 10 Lieder / 14:05 Min.
http://massacrethewasteland.bandcamp.com/
http://www.facebook.com/massacrethewasteland
http://www.myspace.com/massacrethewasteland