Gorgasm – Orgy Of Murder

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Es ist vielleicht nicht das schlechteste Cover das mir dieses Jahr untergekommen ist. Aber „Orgy Of Murder“ hat definitiv eines der schlechteren Artworks des Jahres 2011. Wo sind die Zeiten hin, als Künstler wie Dan Seagrave stilvolle und dennoch brutale Artworks für Suffocation und Konsorten gemacht haben? GORGASM zeigen uns hingegen alle Klischees des Brutal Death Metals auf eine sehr stumpfe Art. Viel Blut, viel nacktes Fleisch, viel Sex. Alles sehr billig in CGI- – nein, nicht CSI! – Szene gesetzt.

Nunja, so richtig Geschmackvoll ist die Musik auf „Orgy Of Murder“ zwar auch nicht, aber dafür qualitativ meilenweit vom optischen ersten Eindruck entfernt! Denn das erste Album seit 8 Jahren Ruhe um GORGASM ist definitiv die Brutal Death Metal Pflichtveranstaltung des Jahres und gehört nicht nur von treuen Fans der Band und des Genres im Allgemeinen beachtet!

An dieser Stelle sei gestanden: Ich konnte bisher mit GORGASM – also den amerikanischen GORGASM – nicht sonderlich viel Anfangen. Ich habe seinerzeit mal in das 2003er „Masticate To Dominate“ reingehört, konnte mich der Scheibe aber nie wirklich erwärmen. „Orgy Of Murder“ hat mich hingegen vom ersten Moment an ordentlich bei den Eiern gepackt und nicht mehr losgelassen.

Die lange Pause zwischen den letzten beiden Alben hört man der Band definitiv nicht an. Vielleicht liegt gerade an dieser kreativen Schaffensphase die enorme Energie hinter dem fetten Comeback, das in seinen brutalen Momenten an die Unmenschlichkeit von Despondencys „Revelation IV“ ranreicht. Oder hat der Umstand, dass vom originären Line-Up nur noch Damian „Tom“ Leski dabei ist, und der Rest der Band quasi aus der Asche von Human Filleted stammt, den frischen Wind mitgebracht? Immerhin konnte deren letztes Album „Blunt Force Embludgeonment“ hier auch mehr als überzeugen. Besonders die Parallelen zu manchen Deeds Of Flesh-artigen Riffs erscheinen offensichtlich.

Doch eigentlich ist die Ursachenforschung an dieser Stelle irrelevant. Denn GORGASM sind schon lange dabei. Länger als Despondency oder Human Filleted es waren. Darum erklingen auch einige Ehrerbietungen an Suffocation wie in „Dirty Cunt Beatdown“ so logisch wie auch Konsequent. Und „Orgy Of Murder“ im Gesamtbild brutal, kompromisslos und mitreißend. Trotz eines kleinen Qualitätseinbruchs in der Mitte des Albums bleiben GORGASM superior zu den eine Millionen pseudo-harten Bands des Genres und wissen wirklich wie man böse Atmosphäre, derbe Brutalität und knackiges Songwriting beherrscht. Mit einfachen Worten: Mächtig!

Egal ob man mit Brutal Death Metal als solchem etwas anfangen kann oder nicht. „Orgy Of Murders“ gehört genau wie „Relevation IV“ zu „Effegy Of The Forgotten“ und „Molesting The Decapitated“ – wobei ich „Butcher The Weak“ besser finde, aber das ist an dieser Stelle egal – in die gut sortierte Metal-Sammlung. Als Fan von Genre und Band stellt sich keine weitere Frage. GORGASM rocken nicht nur, sie schießen um zu töten. Wer die Scheibe noch nicht sein eigen nennt, sollte sie sofort (!) kaufen.

[rating:5.5]

Infos:
Brutal Bands – 15.03.2011
CD – 11 Lieder / 29:21 Min.
http://www.myspace.com/gorgasm2
http://www.facebook.com/pages/GORGASMofficial/141398662565879
http://www.brutalbands.com/

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Gorgasm (Usa) - Orgy Of Murder