Beyond – Relentless Abomination Vortex

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Schade, dass mir zu „Relentless Abomination Vortex“ lediglich die Musik im MP3-Format vorliegt! Denn wenn ich mir die Bilder aus dem Webshop von Detest Records und das Cover vom Blogspot der deutschen Band BEYOND genauer betrachte, verspricht das Artwork dieses Demo-Tapes eine große Detail-verliebtheit. Scheinbar ist das besagte Motiv als ausfaltbares Poster bei der Kassette enthalten – wobei ich hier lediglich Vermutungen äußere. Gewiss ist aber: Das psychodelisch-morbide Motiv mit tausenden dämonischen Fratzen und okkultem Charm übt irgendwie eine gewisse Faszination auf mich aus.

Doch da mir die drei Songs des Demos lediglich als digitale Kopie vorliegen, kann ich mich gänzlich auf die Musik konzentrieren. Ad hoc würde ich behaupten, dass das Artwork mit der musikalischen Umsetzung von BEYOND korrespondiert. Natürlich machen BEYOND altertümlichen, rohen und düsteren Death Metal. Sonst würde ihr erstes Demo wohl kaum bei Detest Records erscheinen. Doch trotz des archaischen Herangehens, trotz des totalen Nekro-Sound, trotz der rohen Aggression sind die Lieder sehr vielschichtig und strotzen nur so vor emotionaler Hingabe der drei involvierten Musiker. Immer wieder schießen prägnante Riffs dem Hörer Entgegen, wechseln sich mit Slayer-artiger Aggression und ähnlichem Geschredder ab, erschaffen tonnenschwere Durchschlagskraft einer Umfallenden Mausoleums-Pforte und werden umgarnt von coolen Soli. Besonders „Appearance From Beyond“ hat ein richtig fettes Solo, auch wenn es stellenweise etwas untergeht. Mir gefällt diese spät-70s/früh-80s Attitüde dahinter! Aber auch „Whirlwinds Of Chaotic Carnage“ hat sehr coole Lead-Gitarren, die die obskure Atmosphäre erst ins rechte Licht rücken.

Beim Sound bin ich mir persönlich noch etwas uneins. Zum einen ist das Gesamtbild sehr nekro. Die Drums sind verhallt, die Gitarren erscheinen in „Pointless Prayer“ etwas blechern. Dafür ist der stoische Bass angenehm warm und wummert gut hörbar im tiefen Frequenzbereich. Vielleicht täuscht mein Höreindruck aber auch, habe ich als Ausgangsbasis für diese Kritik lediglich MP3-Files mit 128/192kbs. Auf einem organischen Träger wie einer Audio-Kassette könnte das Resultat schon wieder gänzlich anders klingen. Vielversprechend finde ich nämlich den Umstand, dass gerade die Gitarren an manchen Stellen einen gut differenzierbaren Klang haben in der Stereo-Auflösung ein sehr cooles Gesamtbild erzeugen.

Doch wer sich ein Demo einer jungen Band als Kassette kauft, wird wohl bewusst gewisse Defizite im Sound in Kauf nehmen. Zumal der scheppernde, unpolierte Sound wohl am besten zu BEYOND passt. Denn die rohe, ungestüme und finstere Musik verlangt schier nach dem scheppernden Hall einer Gruft und der ranzig-modrigen Atmosphäre eines nebeldurchzogenen Friedhofs. Für Fans der italienischen Profanal sollte „Relentless Abomination Vortex“ definitiv auf die Kaufliste wandern. Bei meiner nächsten Bestellung über Detest Records landet das Tape auch auf jeden Fall im Einkaufskorb.

Keine Wertung bei nur drei Liedern

Infos:
Detest Records – 2011
Tape – 3 Lieder / 14:45 Min.

http://beyonddeathmetal.blogspot.com/
http://www.detestrecords.com/