Autopsy – Macabre Eternal

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Manchmal gibt es einfach Alben, die vom ersten Hören einfach sympathisch sind und direkt in Mark und Bein übergehen. AUTOPSY haben mit „Macabre Eternal“ wieder mal so ein Album abgeliefert!

Dem typischen Leser von NecroSlaughter.de etwas über AUTOPSY erzählen, ist wie Eulen nach Athen tragen. Darum sei in Anlehnung an die Bandhistorie lediglich erwähnt, dass Reifert, Cutler und Coralles in den 16 Jahren zwischen „Shitfun„, dem letzten Album der Band (1995), und dem aktuellen „Macabre Eternal“ (2011) absolut nichts verlernt haben. Der Gesang ist krankhaft und kaputt, die Gitarren wahnwitzig, groovy und räudig. Und das neue Gesicht im Bandgefüge, Bassist Joe Allen, den Reifert und Coralles einfach mal aus den dahin geschiedenen ABSCESS mitgenommen haben, platziert sich passend ins Gesamtbild. Zugegeben, ich persönlich hätte mir hier einen etwas scheppernderen Sound gewünscht, so wie auf der „Mental Funeral„. Doch will ich nicht möppern, denn „Macabre Eternal“ klingt druckvoll und dennoch ranzig.

Delivery Me From Sanity“ ist eine verrottete Nummer, wie man es von „Mental Funeral“ noch kennt. Gleichsam ist „Seeds Of The Doomed“ typisch AUTOPSY und überzeugt mit seinem hingebungsvollen Gitarren-Solo. Die Sechs-Saitige ist kein Instrument, sondern eine Geliebte, die mit viel Hingabe „bearbeitet“ wird. Einfach nur herrlich!
So exemplarisch, wie die beiden genannten Songs kann man eigentlich die gesamten 65 Minuten von „Macabre Eternal“ betrachten. Immer noch mit coolem, räudigen Vibe haben AUTOPSY nicht verlernt, was Death Metal ausmacht. Es gibt kaum großartige Überraschung auf der Scheibe, nur pure Authentizität. Kurz aufhorchen kann man dennoch: Das 11 Minuten lange „Sadistic Gratification„, das für AUTOPSY verdammt melodisch ist, erinnert sehr an klassischen Doom. Ein nettes Experiment, aber mir reicht bereits „Seeds Of The Doomed“ mit seinen geilen Melodien. Oder das aberwitzige „Dirty Gore Whore“ mit seinen abgedrehten Gitarren und Macabre-eskem Gesang. Kaputt, irre, nicht von dieser Welt!
Und das Beste: „Macabre Eternal“ zündet sofort. Ohne viel Einhören bleiben die Songs direkt im Gehör. Dennoch nutzen sich die Songs nicht ab und wachsen nur mit jeder weiteren Rotation in der Anlage.

Doch wem erzähle ich das eigentlich? Ich bin mir sicher, jeder regelmäßige Leser dieses pissigen online Fanzines freute sich über die Reunion von AUTOPSY wie ein kleines Kind. Und entsprechend war die Vorfreude auf das neue Album. Spätestens nach der „The Tomb Within“ war den Fans bereits klar, dass AUTOPSY es immer noch drauf haben. Zumal dieses Review – was ich eigentlich nur noch schreibe, weil mir die Promo-Agentur Sure Shot Worx noch ein Rezensionsexemplar der Scheibe geschickt hat – eigentlich ein halbes Jahr zu spät kommt. „Macabre Eternal“ erschien bereits Mitte Mai und sollte somit schon längst in den Schränken der Maniacs stehen. Denn dieses Comeback-Album ist eines der Highlights im Death Metal diesen Jahres. Pflichtkauf für die Fans von pure oldschool rotting Death Metal. URGH!

[rating:5.5]

Infos:
Peaceville – 16.05.2011
CD/LP – 12 Lieder / 65:08 Min.

http://www.myspace.com/autopsyofficial
https://www.facebook.com/pages/Autopsy-Official/162194133792668
http://www.autopsydeathmetal.com/
http://peaceville.com/autopsy/