The Obscene – The Torment Of Sinners

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Oha! Als Einstand in die Metal-Welt bescheren uns THE OBSCENE aus Durham, Nordengland eine EP mit saftigen 36 Minuten Spieldauer. Wie lang ist dann bitte erst das Full-Length? Aber keine Sorge! Eigentlich haben THE OBSCENE nur sechs Songs in knapp 18 Minuten auf Lager. Die restlichen fünf Lieder stammen aus der Zeit als die Band noch SALUTE TO THE SUN hieß, von deren 2008er EP „Destroying The Heavens„.

So gesehen bekommt man auf „The Torment Of Sinners“ zwei EPs von „zwei“ Bands geboten. Doch so richtig lohnenswert ist dieses quantitative Angebot nicht. Musikalisch machen THE OBSCENE brutalen und gleichzeitig eher durchschnittlichen Death Metal zwischen alter amerikanischer und europäischer Schule. An manchen Stellen kommen ein paar Elemente aus dem Black Metal hinzu, die aber bei den neueren Songs weniger auffällig sind.

Die stellenweise melodischen Riffs klingen interessant. Doch verspielen THE OBSCENE sehr viel mit dem Sound. Das allgemeine Klangbild ist eher dürftig und die Gitarren sind richtig fies. Es kommt irgendwie kein richtiger Druck auf. Dadurch wirkt auch der schleppende Anfang von „Beyond The Hold Of God“ weniger druckvoll als gedacht, sondern sehr schmalbrüstig. Gänzlich davon abgesehen, dass einige Songstrukturen, wie auch das allgemeine Zusammenspiel oft noch etwas holpern. Gerade letzter Aspekt wird durch das Schlagzeug betont, das mehr oder weniger häufig einfach nur Gebolze mit der Besteckschublade ist – ohne dabei in derbe Blastbeats auszubrechen, sondern schlichtweg einen flotten Ufta macht.

SALUTE TO THE SUN waren auch nicht das gelbe vom Ei. Aber ich muss gestehen, dass die „Destroying Heavens„-EP einen gewissen Charme hat! Der Sound ist wesentlich organischer, wärmer und mach deutlich mehr Wumms als der neue Kram. Alleine die Growls kommen wesentlich fetter zur Geltung. Auch wenn ich an manchen stellen etwas über das Krümelmonster schmunzeln muss. So gepresst wie das Grunzen im Titeltrack der Scheibe klingt, kann ich diese Gesangsform fast nicht ernst nehmen.

Dafür haben SALUTE TO THE SUN, respektive die alten THE OBSCENE musikalisch einige nette Ideen gehabt. Die alten Songs haben einen wesentlich höheren Black Metal Anteil und erinnern vage an alte Necrophobic. Bis auf besagte Schwachstelle im Gesang ist „Destroying The Heavens“ sehr abwechslungsreich und deutlich spannender als der erste Teil dieser Compilation-EP.
Auch in „P.S.A.S.“ experimentierte die Band noch mehr und legt mitten im Song einen „Master Of Puppets„-mäßigen Break mit Geklimper ein. Ganz rund wirkt diese Mischung zwar nicht, klingt aber authentisch und sympathisch. Dennoch gibt es auch bei dem alten Material deutliche Schwächen und gerade gegen Ende der Scheibe verlieren sich die Songs in Gleichförmigkeit und Belanglosigkeit.

[rating:2.5]

Infos:
Pest Records – 2011
EP/Compilation – 11 Lieder / 35:54 Min.

http://theobscene.ucoz.com/
http://pest.tk/