Miasmal – Miasmal

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MIASMAL sind ein kleiner Geheimtipp im Underground. Dafür spricht die gewisse Euphorie, die dem selbstbetitelten Debüt-Album aus der Szene bereits im Vorfeld entgegen gebracht wurde, wie alleine der Umstand, dass die Vinyl Version in Kooperation von Detest Records und Me Saco Un Ojo Records erschien, wie dass sich Dark Descent für die CD Umsetzung in die Verantwortung nahm.

Dabei sind MIASMAL nicht sonderlich kreativ. Alleinig dass sowohl das erste Demo, die erste EP wie nun auch das Debüt-Album allesamt „Miasmal“ heißen, zeugt nicht gerade von großem Ideenreichtum. Gleiches könnte man auch über die Gitarren-Soli auf „Miasmal“ sagen. Obligatorische, wie auch generische Skalen, Töne und Techniken. Nichts besonderes, aber auch nichts besonders schlechtes. MIASMAL meinen es ja nur gut.

Und wer böswillig ist, könnte auch der Musik von MIASMAL vorwerfen, dass alles schon mal da war, Bolt Thrower Riffs, D-Beat, Stockholm Death Metal, Punkt. Doch glücklicherweise gehören die Jungs, die erstaunlicherweise aus Götheburg stammen, zu der Liga an neuen Bands der alten Schule, dass sie ihre Songs mitreißend und authentisch präsentieren!

Auch wenn ich eigentlich einer der Hipster bin, die tendenziell Vinyl bevorzugen, kann ich an dieser Stelle nur zur CD-Version von Dark Descent Records raten! Neben dem Debüt-Album „Miasmal“ bekommt man noch das Demo „Miasmal“ und die „Miasmal„-EP als Bonus dazu. Aus den ursprünglichen acht Liedern dieses Releases werden also mal eben 14 Songs mit gut 65 Minuten Spielzeit. Value for money, besonders wenn man mehr auf rotzigen, crust-geschwängerten Death Metal steht. Denn da sind die älten Sachen ein wahrer Festschmaus und erinnern von der ranzigen Herangehensweise oft an Ilsa.

Auf dem regulären Material des „Miasmal„-Albums gibt es hingegen eine schöne Mischung aus schnellem, schwedischen Death Metal mit Entombed und Nihilist-Schlag und rotzigem Crust/D-Beat. Dass absolute Hit-Granaten wie „Toxic Breed“ dabei unausweichlich sind, deuten bereits der schleimige Opener „Mesmerized“ oder das griffige „Blissful Cannonades“ gut an.
So sehr die Soli von MIASMAL auch eher im Durchschnitt verweilen, wissen die Saiten-Hexer aber auch gleichzeitig wie man gute Riffs schreibt. Fast jeder Song hat packende Riffs der alten Schule, mal eher punkig, mal eher richtig Bolt Thrower, immer gut! Zusammen mit drückenden Songs und der nötigen Friedhofs-Attitüde passen MIASMAL super zu Acephalix, Krypts, Stench Of Decay, Undead Creep, Disma oder Entrenched in die Reihe der neuen Verfechter der alten Schule.

Zugegeben, an manchen Stellen könnten die Songs von „Miasmal“ – also dem Album – etwas Straffung vertragen. Doch insgesamt tun auch die Spielzeiten von 4 Minuten Plus der Qualität des Albums keinen Abbruch. Todesbleier, greift euch das Teil, schmeißt euch in eure Lederjacken und feiert okkulte Riten auf dem nächstbesten Friedhof!

[rating:5]

Infos:
Dark Descent (CD) / Detest Records und Me Saco Un Ojo Records (LP) – 2011
CD – 14 Lieder / 64:51 Min.

http://miasmal.net/
http://www.darkdescentrecords.com/
http://www.detestrecords.com/
http://www.mesacounojo.com/

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