Malfeitor – To Hell, Farewell

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MALFEITOR sind eigentlich alte Hase in der Szene. Angefangen hat alles 1990 mit ein paar Musiker, die später in Blood Mortized, Excruciate, Grave oder Coercion spielen sollten. Doch bevor es zu einem Release kam, löste sich die Band 1995 wieder auf.

2007 wurde das zwischenzeitlich ebenfalls trockengelegte Projekt Blood Mortized reaktiviert, wo aber Gitarrist Benny Moberg 2010 ausstieg, um MALFEITOR auch wieder aus der Versenkung zu holen. Zusammen mit Mattias Parkkila (auch Blood Mortized) und seit 2011 Janne Rudberg Björkenfjäll (Excrutiation, Exhumed (SWE)) wurde dann die erste Veröffentlichung der Bandgeschichte eingespielt: Das Demo-Tape „To Hell, Farewell„, das 2011 über Till You Fukkin Bleed rauskam. Mittlerweile hat die Truppe auch eine Split mit Birch Mountain (wo zwei Drittel von MALFEITOR auch ihre Finger drin haben) veröffentlicht.

To Hell, Farewell“ ist robuster Death Metal nach alter Machart. Nicht zu typisch an den gängigen Klischees der aktuellen Retro-Welle orientiert, verfolgen MALFEITOR einen wesentlich brutaleren Ansatz und metzeln ziemlich rücksichtslos durch ihre Kassette. Wenn auch weniger im Sound, dafür in der Kompromisslosigkeit erinnert das Tape ein wenig an das deutsche Urgestein Purgatory.

Interessanterweise lassen sich MALFEITOR durch ihre geradlinige und harte Attitüde nicht in ihren Werkzeugen beschränken. So sehr „Beyond The Horrorizon“ auch mit derben Maschinengewehr-Drums und nekrotischen Schreien stumpfe Gewalt antut, rockt der anschließende Titeltrack fast schon rotzig/punkig aus den Boxen. In „Death, The Dead And Me“ ist das verspielte Solo ein gut platziertes Zeugnis dafür, dass MALFEITOR nicht auf den angesagten Zug aufspringen, sondern wirklich mit Herz und Seele hinter der Musik stehen.

Richtig interessant wird es aber erst mit „Scenes From The Slaughterhouse“ und „And The Sky Turned To Rage„. Die Songs sind schlichtweg griffig, haben fast so was wie Melodie und mitreißende Hooklines. Zwei Höhepunkte auf „To Hell, Farewell„, die den Kauf des Tapes für Oldschool-Feinschmecker alleine rechtfertigen.

Weniger überzeugend ist hingegen das Amon Amarth-artige „The Pain Collector„, das es als „Bonus“ auf die limitierte Kassette geschafft hat. „To Hell, Farewell“ gibt es nur als böse 666-Version: 66 Exemplare mit 6 Songs.

MALFEITOR haben noch Luft nach oben. Wie aber „Scenes From The Slaughterhouse“ und „And The Sky Turned To Rage“ zeigen: Gleichermaßen das Potential. Wer brutalen und schnörkellosen oldschool Death Metal braucht, kann gerne den Trailer zu „To Hell, Farewell“ anschauen und ein Ohr an MALFEITOR halten:

[rating:4]

Infos:
Till You Fukkin Bleed – 2011
Tape – 6 Songs / 20:58 Min.

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http://www.myspace.com/Malfeitorswe