Blaspherian – Infernal Warriors Of Death

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Wie sich im Großen der alte schwedische Death Metal aktuell einer mächtigen Renaissance erfreut, gibt es in einem überschaubareren Rahmen eine ähnliche Bewegung für amerikanischen Death Metal der frühen 90er Jahre. Große Vorbilder sind an dieser Stelle sicherlich Immolation und Incantation, denen heute Father Befouled, Encoffination, Decrepitaph, Adversarial oder Grave Ritual kräftig nacheifern. Und in diese Reihe stellen sich nun auch BLASPHERIAN mit ihrem ersten Full-Length „Infernal Warriors Of Death„.

BLASPHERIAN sind roh und archaisch. Mit grimmiger Geradlinigkeit stinken die acht Songs dieses ersten Debüt-Albums (nach diversen EPs und Demos) nur so vor Tod und Finsternis. Oft erinnern die Gitarren an alte Immolation, die dreckige Attitüde an frühe Incantation. Die Wechsel zwischen bösen, zähen Passagen und Ausbrüchen in zermalmende Hochgeschwindigkeit sind oft abrupt, aber wohl pointiert im Kontext. BLASPHERIAN schießen um zu töten – zumindest das, was von den Toten wieder auferstanden ist.

So ist „Infernal Warriors Of Death“ eigentlich ein gutes Album mit dem richtigen Vibe und der perfekten Stimmung für Death Metal. Ohne großartige Schnörkel vertonen BLASPHERIAN schlicht und ergreifend das Fegefeuer. Doch gerade diese schmucklose Darbietung ist gleichzeitig ein bisschen das Handicap des Albums. So gut „Lies Of The Cross“ oder „Exalted In Unspeakable Evil“ auch sind, so sehr wirken sie leider auch etwas gesichtslos im Gesamtbild. Und auch der richtig fette Titeltrack der Scheibe begibt sich auf einen schwierigen Spagat zwischen mürbender und etwas ermüdender Monotonie.

Wer seinen Death Metal modrig braucht, finster wie eine wolkenbehangene Nacht bei Neumond und böse wie ein tollwütiger Werwolf, der liegt mit BLASPHERIAN und „Infernal Warriors Of Death“ trotz genannter Schwächen dennoch genau richtig. Denn die unheilvolle Grundstimmung des Albums weiß schlicht und einfach zu gefallen. Für ein richtiges Meisterwerk fehlen aber leider etwas die besonders herausragenden Momente, die sowohl den einzelnen Songs, wie auch dem Album etwas mehr Identität verschaffen.

[rating:4]

Infos:
Deathgasm Records – 08.03.2011
CD – 8 Lieder / 36:34 Min.

http://www.myspace.com/blaspherian
http://www.deathgasm.com/

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