Adversarial – Prophetic Plain of Abyssal Revelation

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Das ist so richtig schade bei digitaler Bemusterung. Man erhält eine Hand voll MP3-Dateien und das war es. Wenn Promo-Agentur und Label lieb sind, bekommt man vielleicht noch ein PDF mit ein paar schönen Plattitüden. Dabei hätte mich das Gesamtpaket um ADVERSARIALs aktuelle EP schon interessiert. Angeblich ist die CD-Version in einem aufwändigen, sechsseitigen Digipak sehr ansehnlich aufgemacht. Und auch die Infos, die ich über Vinyl-Version gefunden habe, machen Appetit: 300 schwarze, 100 rot-transparent/schwarze und 100 weiße Platten gibt es. Bei letzteren lag wohl als Gimmick noch ein Patch dabei. Sehr löblich, was Dark Descent da wieder mal gemacht haben. Und auch musikalisch zeigt sich das Label talentiert. Denn auch wenn ADVERSARIAL vielleicht nicht die absolute Über-Band sind, sind sie doch gutes Futter für die Ghoul-Familie aus Incantation-, Archgoat– und Angelcorpse-Anhänger.

Um Irritationen im Vorfeld zu vermeiden: „Prophetic Plain Of Abyssal Revelation“ ist eigentlich keine neue EP, sondern eine Compilation aus bunten Innereien. Die ersten drei Songs stammen vom ersten Demo der Band, der Titelsong des aktuellen Werks wurde ursprünglich mal in der Aufnahme-Session zu besagtem Demo festgehalten, aber nie veröffentlicht. Anschließend folgen drei neue Songs, wobei darunter zwei Cover sind.
Da die Demo-Songs aber zu zwei Dritteln auch ihren Weg auf das Debüt-Album von ADVERSARIAL gefunden haben (namentlich „Thralls“ und „Scourge of a World Ablaze„), ist der Mehrwert von „Prophetic Plain Of Abyssal Revelation“ fragwürdig. Als Neueinsteiger in die Band bekommt man einen guten Gesamteindruck von der Band und als Hardcore-Fan machen sich alleine der neue Song und die beiden Cover sicher schön in der Sammlung. Wer nicht gerade zu diesen konträren Zielgruppen gehört, darf dennoch mal in die EP reinhören!

Denn trotz oder gerade wegen dem aufgebrannten Stempel von oben genannten Bands liefern ADVERSRIAL gute Arbeit ab. Die Grundstimmung ist düster und roh. Das Drumming drückt ordentlich und verschafft den Songs an einigen Stellen eine gewaltige Aggression. Die homogene Mischung aus Black Metal Riffs, dezenten, klaren Momenten und einfach nur bratenden Death Metal Maschinengewehr-Salven wissen immer zu überzeugen. Und die röchelnden Growls passen gleichsam perfekt in das Bild. Nur wenn dann plötzlich viel zu laute, übersteuerte Schreie aus den Boxen knarzen, erschrickt man sich ein wenig.

Die Demo-Songs wie auch das neue Lied „Impending Eternal Blackness“ bewegen sich auf gleichermaßen gutem, wenn auch nicht überragenden Niveau. Und auch die Demo-Songs sind ordentlich umgesetzt. Doch an dieser Stelle kommt auch immer wieder die Geschmacksfrage hinzu. Mir persönlich erfahren die Originale zu wenig Interpretation von Seiten ADVERSARIALs. Darum finde ich gerade die Incantation-Version von „A Once Holy Throne“ doch besser.

Wer auf absolut modefreien, düsteren Death Metal steht, Incantation und Archgoat bei unheiligen Messen huldigt, der darf die kanadische Truppe gerne mal antesten. Ob man mit diesem Gemischtwarenladen anfängt, oder doch lieber das Debüt-Album nimmt, ist an dieser Stelle wohl jedem selber überlassen. Ich für meinen Teil werde mir „All Idols Fall Before the Hammer“ bei Gelegenheit mal zu Gemüte führen.

[rating:4]

Infos:
Dark Descent – 17.03.2011
CD/LP – 7 Lieder / 29:22 Min.

http://www.darkdescentrecords.com/