Extinctionist – World Extinction

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Jack Slater machen leider nicht mehr lange. Bereits Anfang diesen Jahres hat die Band angekündigt, dass sie nur noch die geplanten Shows spielt, und dann aufhört. Eigentlich schade, ich mochte die Band seit dem ersten Album „Playcorpse“ bis hin zum aktuellen „Extinction Aftermath„.

Wo „Bonns ekligste Band“ aber bereits nach der Auslöschung sind, stehen EXTINCTIONIST gerade bei ihrem Debüt und scheinen in die Fussstapfen der Köln/Bonner-Truppe zu treten. Zugegeben, optisch macht „World Extinction“ nicht so recht was her. Im Gegenteil, es wirkt eher unscheinbar und dürfte im Mittelmaß der täglich erscheinenden Metal-Releases einfach heillos untergehen. Sollte es aber nicht! Denn die Musik auf diesem Full-Length ist vielleicht noch nicht komplett ausgereift, dafür sind die Ideen der Chemnitzer erfrischend spannend.

Der erste Eindruck mag an dieser Stelle auch akustisch täuschen. Zunächst könnte man EXTINCTIONIST für eine etwas eigensinnige Brutal Death Metal/Death-Grind Band unter vielen halten. Doch wenn man genauer hinhört, findet man sehr viele Riffs, Grooves und Breaks, die ohne Probleme auch von Jack Slaters „Playcorpse“ kommen könnten. Vielleicht wenn Sobo damals etwas mehr Disgorge (US) und New Yorker Slam gehört hätte. Besonders „Autopsy Asylum“ erinnert mich sowohl in den Gitarren und auch dem dicken Groove am Schlagzeug sehr an die eigenwillige Bonner Interpretation der Musikrichtung. „Unfold The Death“ klingt mit seinen dissonanten Melodien und sehr tribalen Trommeln eher nach „I, Monarch“ von Hate Eternal – was für mein Verständnis nun auch nicht der schlechteste Vergleich ist.

Nach ein paar Durchgängen von „World Extinction“ zeigt sich aber auch: Trotz hohem technischen Anspruch, vielen Breaks und mancher doch etwas hektischer Passage sind die Songs allesamt sehr prägnant. Schnell erkennt man gewisse Anker in den Lieder wieder und findet sich in den Vibe der Tracks ein. Auch wenn viel in der halben Stunde Spielzeit dieses Debüts passiert. kommen EXTINCTIONIST immer zügig zum Punkt, erlauben sich keine Langatmigkeit.

Was sie sich hingegen erlauben, sind eigene Akzenten. Durch gut positionierte Subbässe, Breaks oder Soli, die allesamt sehr gut überlegt ihren Platz in den Liedern einnehmen. Auch ausgezeichnet erlesene Samples lockern auf und erhöhen den Wiedererkennungswert. Hoffentlich zeugen diese auch von einem Funken Selbstironie, haha!

Wie gesagt, dieses Debütalbum ist sicher noch ausbaufähig. Doch das war seinerzeit auch „Playcorpse„. Ich mag die eigenwilligen Ideen beider Scheiben, die damals wie heute ihre Erschaffer von dem sonst doch sehr gleichförmigen Genre-Kollegen abheben trotzdem. Ich bin wirklich gespannt, wie sich EXTINCTIONIST entwickelt. Mit etwas Kreativität und Glück erwartet uns in spätestens zwei Alben wirklich erstklassiger und eigenständiger Brutal Death Metal!

[rating:4.5]

Infos:
Eigenproduktion – 2011
12 Lieder / 31:08 Min.

http://kameaudio.com/_extinctionist/
http://extinctionist.bandcamp.com/