Despite – Clenched

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Als ob die aktuelle Retro-Welle nicht schon genug wäre. Nein, DESPITE müssen noch einen drauf legen und machen einen auf „vintage“. Doch nicht im Stil, sondern im Sound. Eine denkbar schlechte Wahl, wo man doch gerade im Umfeld der 70er-Okkult-Rockbands einige nette Schätzken hat. Nein, musikalisch fühlen sich DESPITE auserkoren, um das Erbe der Götheburg Melodic Death Szene, von In Flames und Dark Tranquillity anzutreten.

Doch wie war das? Ein wenig Hochmut kommt ja immer vor dem Fall. Und so können DESPITE mit ihrem Vorhaben eigentlich nur scheitern. „Clenched“ ist ein rotzlangweiliges Album. Die Riffs sind absolut lieblos, die Songs nicht pointiert, die Ideen halbherzig von genannten Vorbildern geklaut und eine eigene Note wird man in den knapp vierzig Minuten vergebens erhoffen.

Sicherlich, es gibt wenige Momente, wo das blinde Huhn auch mal am Korn nippen darf. Namentlich der Versuch so richtig böse zu sein und sogar mal einen Blastbeat zu spielen (zu erleben in „God Of Flies„). Oder doch der Vintage-Versuch mit leichten Stoner-Einlagen im abschließenden „The Cause And Solution„, das man mit klarem Frauengesang und Radio-tauglichem Ende noch „aufwerten“ will. Bäh! Lediglich das Intro-Lead aus „All The Eights“ ist richtig gut und stimmungsvoll. Was man vom restlichen Song leider nicht behaupten kann.

Die anderen Lieder bedienen sich an einer generischen Uptempo-Schablone und versuchen Pseudo-Breakdowns/Stakkatos mit dem rostigen Sound der Band zu vereinbaren. Denn wie eingehend erwähnt: DESPITE sind nicht retro, sondern vintage! Für die Aufnahmen zu „Clenched“ hat man sich wohl lauter altes, ranziges Equipment zusammengesucht und das Album darauf eingespielt. Das Ergebnis ist so mager wie eine altersschwache Milchkuh. Kein Druck in den Tiefen, keine klaren höhen, nur blecherne Mitten. Da haben selbst manche Garagen-Demos mehr Profil!

Kinders, wenn ihr nicht unbedingt ein Sedativa mit In Flames-Geschmack haben wollt, lasst bitte einfach die Finger von DESPITE und ihrem zweiten Album „Clenched„! So richtig schlecht sind die Schweden zwar eigentlich nicht. Aber belanglosestes Mittelmaß. Und das ist eigentlich sogar noch grausamer, als „richtig schlecht“. Über eine beschissene Platte kann man sich wenigstens so richtig schön aufregen…

[rating:2.5]

Infos:
Rough Trade – 25.02.2011
CD – 10 Lieder / 37:16 Min.

http://www.myspace.com/despitegbg