17.07.2011 – Rosetta, City Of Ships, Downfall Of Gaia im AZ Aachen

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Infos:
Sonntag, 17.07.2011 im AZ, Aachen
Einlass: 19:00h // Beginn: 20:30h
Damage: 5,-

Bands: Downfall Of Gaia, City Of Ships, Rosetta

Episch, wütend, düster und unglaublich druckvoll. Das ist der bleibende Eindruck des Tour-Stopps von ROSETTA und CITY OF SHIPS im Autonomen Zentrum der Kaiserstadt Aachen. Als Unterstützung hat man die Kosmopoliten von DOWNFALL OF GAIA mit an Bord geholt, die sich stilistisch zwar etwas von den anderen beiden Bands unterscheidet, aber genau den gleichen Spirit verbreitet.

Es war wieder mal ein Sonntag. Doch wie bereits zuvor auf der Bay Area Matinee scheint der Umstand nur geringen Einfluss auf die Fülle des Konzertsaals zu haben. Zugegeben, bei Punch waren doch ein paar mehr Leute anwesend. Dennoch finde ich um die 50 Besucher beeindruckend für so einen Wochentag. Ich habe schon Metal-Konzerte an Freitagen erlebt, an denen wesentlich weniger los war.

Natürlich hat das AZ mal wieder die Besucher veräppelt. Hieß es im Vorfeld auf der Homepage des Ladens noch „Einlass 19h“, war eigentlich klar, dass vor 20:30h keine Band spielen wird. Und in etwa um den Dreh haben DOWNFALL OF GAIA begonnen – und wurden direkt mit technischen Problemen gestraft. Einem Gitarrist riss eine Saite und man musste direkt nach dem ersten Song etwas Zeit schinden. Kreativ wurde die Pause mit ein paar Drones und Beats überbrückt, bevor der zweite Song vom Debüt-Album „Epos“ erklang. Neben zwei älteren Nummern, wurden auch zwei Tracks von der aktuellen Split gespielt, die noch härter und sogar mit leichten Blastbeats das Repertoir der Band um neue Fassetten erweitern.
DOWNFALL OF GAIA spielen enorm mit Dynamik. Die Kontraste zwischen laut und leise sind immens. Ebenso das verspielte, fragile Melodie-Verständnis und die harschen Hardcore/Screamo-Attacken. Leider verschafft diese Intensität und die resultierende Epik der Songs dem Gesamt-Set auch ein paar Längen. So fett der Auftritt auch war, länger als die vier gespielten Songs hätte er nicht sein dürfen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass DOWNFALL OF GAIA den idealen Soundtrack für düstere Herbsttage machen!
http://www.myspace.com/downfallofgaia
http://de-de.facebook.com/DownfallofGaia

Normalerweise gehe ich ja unvoreingenommen auf Konzerte. Doch dieses Mal habe ich mir im Vorfeld die Bands des Abends auf Myspace angehört. Dort machten CITY OF SHIPS richtig neugierig. Mit Elementen aus Post-Rock und Sludge klang die Musik sehr interessant. Und gerade der klare Gesang wusste in diesem Kontext auch zu gefallen.
Scheinbar war ich nicht der einzige, der von CITY OF SHIPS angetan war. Bereits im Vorfeld machte die Band am Merchstand darauf aufmerksam, dass sie leider keine CDs mehr, sondern nur noch Vinyl hätten. Doch die Katze im Sack wollte ich auch nicht kaufen, sondern mir zunächst einen Eindruck ihrer Live-Präsenz machen. Leider entsprach der Auftritt dann nicht so ganz meinen Erwartungen. Der Sound war laut, übersteuert, undifferenziert. Der Gesang kaum zu verstehen – und nicht annähernd so interessant wie von Myspace und Youtube suggeriert. Am Ende blieb nur noch der Sludge übrig. Viel tonaler Schlamm mit dezenten Momenten des Stoner oder des Post-/Noise-Rock, alles sehr gleichförmig und ohne hervorstechende Momente. Schade, ich hatte wirklich etwas mehr erwartet, erhofft, erwünscht.
http://www.myspace.com/cityofships
http://www.facebook.com/pages/City-of-Ships/6616304498
http://www.cityofships.com/

In meiner vorhergehenden Recherche machte ROSETTA einen ordentlichen Eindruck, erweckte mein Interesse aber nicht so sehr wie CITY OF SHIPS. Entsprechend bin ich ohne große Erwartungshaltung an den Headliner gegangen – und wurde ordentlich umgehauen! Von einer dreckiger Wand aus Sludge/Metal mit Hardcore und Post-Rock/Shoegaze Elementen. Episch, kraftvoll und unglaublich atmosphärisch.
Im Dynamikumfang waren ROSETTE deutlich begrenzter als DOWNFALL OF GAIA. Doch ist die Intention auch eine ganz andere. Die dichten Klangteppiche aus der Gitarre wurden immer mit treibenden Drums und wohl akzentuiertem Bass intoniert. Zeit für ruhige oder fragile Momente gab es kaum. Und auch der Sänger, der sich als prototypischer Hardcore-Frontmann mit entsprechendem Organ zeigte, steuerte seinen Teil zum Gesamtbild bei.
Das Publikum war begeistert. Und so musste ROSETTA nach dem eigentlichen Auftritt auch noch mal aus dem Backstage zurück auf die Bühne und eine Zugabe spielen. Wow, da gab die Band noch mal alles!
Am Merchandise-Stand dann die kleine Enttäuschung des Abends: Scheinbar ist die Band auf den bisherigen Auftritten auch schon so gut angekommen, dass sie nun gänzlich ohne Tonträger dar standen. Keine CDs, kein Vinyl. Nur noch Shirts waren erhältlich. Sympathisch zeigte sich an dieser Stelle der Bassist der Truppe, der simpel meinte: „Dann lad dir doch den Krempel irgendwo kostenlos runter!“ – Auch wenn das kein Ersatz für eine schicke LP ist…
http://www.myspace.com/rosetta
http://rosettaband.com/

Es war wieder mal ein intensives Erlebnis. Manchmal wünschte ich mir, dass manche Metalband ihre Musik so kraftvoll präsentieren würde. Der Abend war um halb zwölf dann vorbei. Eine Angenehme Zeit in Anbetracht der nahenden Arbeitswoche. Dennoch ist so ein Konzert an einem Sonntag Abend kein Zuckerschlecken für den Montag morgen. Alleine all das Bier…