Total Fucking Destruction – Hater

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Hater“ ist kein alltägliches Album! Es ist vielleicht ein Album, dem man sofort den Fingerabdruck von TOTAL FUCKING DESTRUCTION anhört. Aber der Vibe von „Hater“ ist für heutige Verhältnisse etwas ganz besonderes. Viele Grindbands wollen immer nur schneller und krasser sein. Im Punk-Sektor wurde bereits vor Jahren alles gesagt. Und richtigen Crossover gibt es auch seit Mitte der neunziger nicht mehr.

Nun kommen TOTAL FUCKING DESTRUCTION daher. Zugegeben, die Band um Brutal Truth Drummer Richard Hoak veröffentlicht in schöner Regelmäßigkeit ihre EPs und Alben. Doch meist abseits des allgemeinen Interesses. Für viele engstirnige Genre-Faschisten ist „Hater“ sicher eine harte Bewährungsprobe. Doch wenn man sich nicht gänzlich allem fremden verschließt, ist das dritte Full-Length von TOTAL FUCKING DESTRUCTION ein schönes Potpourie der extremen Musik!

Genre-Grenzen sind was für Kleingeister – TOTAL FUCKING DESTRUCTION spielen mit Riffs und Beats und klingen dabei so herrlich verspielt und erfrischend zwischen all den aktuellen, festgefahrenen Releases. Über allem schwebt der Crossover-Vibe in Richtung SOD. Die Rock’n Roll Attitüde hat man sicher auch ein bisschen bei AC/DC entliehen. Doch mehr regiert König Punk und Grindcore in der Schnittmenge Napalm Death und natürlich Brutal Truth. Und alles mit so einer Leichtigkeit vermengt, dass „Hater“ einfach ein fluffiges Crossover-Grindcore-Punkrock-Album geworden ist. Vielleicht mag die Beschreibung den Sound der Scheibe verharmlosen. Denn TOTAL FUCKING DESTRUCTION schießen immer noch mit scharfen Grananten. Nur eben mit einem so coolen Groove und einer so ursprünglichen Eingängigkeit, dass man die Scheibe schnell im Blut hat – und dennoch tausend Mal am Stück hören kann.

Sicherlich ist „Hater“ im direkten Vergleich zu den alten Zeiten der Band zugänglicher und fast schon strukturierter. Doch es gibt immer noch genug Momente auf den gut 27 Minuten für 27 Lieder, wo Soundcollagen und krachige Momente absolute Nonkonformität verkörpern. Auf der anderen Seite stehen aber mächtige Hits wie „The Sunrise Is A Lie„, „Battle Command In Future War„, „Weaponization Of The Mega-Self“ oder das göttliche „Dudehammer„. Macabre-eske Einlagen in „Farewell Kiss“ oder das Billy Talent-artige „Meat Without Feet“ fügen sich wunderbar in das Gesamtbild, erschaffen Überraschungsmomente und markante Eckpfeiler für „Hater“.

Wer nur Blastbeats haben will, ist bei TOTAL FUCKING DESTRUCTION auf jeden Fall verkehrt – trotz abgedrehter, chaotischer Drums, wie man sie auch von Brutal Truth kennt. Hier wird eher erfrischend experimentiert und aus allem was gefällt in die Musik aufgenommen. Wer auf verdammt rotzigen Crossover-Grindcore steht, sollte „Hater“ aber alsbald in seinen Einkaufskorb legen und dazu abtanzen!

[rating:5]

Infos:
Bones Brigade Records – 24.01.2011
CD/LP – 27 Lieder / 27:26 Min.