Necros Christos – Doom Of The Occult

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Doom Of The Occult“ macht seinem Namen alle Ehre. Das Zweitwerk der Berliner NECROS CHRISTOS ist ein bitterböser, unpopulärer Batzen Musik. Irgendwo im zähen, dunklen Schleim zwischen Death Metal und Doom Metal mit leicht finnischer Note gibt es 73 Minuten lang die Tonkulisse für eine unheilige Trance.

Dabei ist es anfänglich vielleicht etwas schwierig, in den richtigen Flow zu „Doom Of The Occult“ zu kommen. Zum einen sind die richtigen Lieder von NECROS CHRISTOS zäh wie eine Ursuppe aus den destillierten Geschichten Lovecrafts. Zum anderen ist das Jubiläumsalbum der Band aber – ganz ihren Trademarks gerecht – durchwachsen mit schmückenden Intermezzi. Die Zwischenspiele wechseln sich ab, mit dem sprechenden Titel „Temple“ finden sich sakrale Klänge, meist von einer Orgel auf dem Album. Teilweise unterstützen sie die finstere Stimmung der Doom-Death Metal Tracks gut, auch wenn manche Bindeglieder nicht so hundertprozentig überzeugen.
Die anderen Interludien verleihen „Doom Of The Occult“ eine weitere Fassette, die sogar über die üblichen Genre-Klischees weit hinaus reicht. Mehr oder minder orientalisch und/oder südländisch angehaucht, passen die „Gate“ betitelten Bindeglieder auf den ersten Eindruck nicht so richtig in das Konzept. Erst nach mehrmaligem Hören erscheint „Doom Of The Occult“ mit seinen unterschiedlichen Gesichtern in sich schlüssig. Dennoch bleibt es in seiner Diversität ein Album, was sowohl eine gewisse Stimmungsabhängigkeit hat und eine intensive Beschäftigung vom Hörer erwartet.

Konzentriert man das pure Böse auf dem Album, erhält man immer noch neun Lieder in knapp 55 Minuten Spieldauer. Teilweise in epischen Ausmaßen entwickeln NECROS CHRISTOS einen mitreißenden, rituellen Charakter, der das Attribut „okkult“ mehr als zu Recht trägt. Coole, aber simple Riffs, treibende Drums und schön knarzige Growls, chakrenartige Repetative und archaische Grundstimmung sind die Zutaten für den packenden Operferungs-Soundtrack. „The Pharaonic Dead“ oder „Doom Of Kali Maa“ sind einfach tonnenschwer und ultra böse. Einfach nur genial – und erinnern in ihrer Attitüde an die schleppenderen Nummern alter Morbid Angel. Der Übersong ist aber definitiv „Necromantique Nun„!

Fernab von aktuellen Trends spielen NECROS CHRISTOS eine fiese, dreckige Form des stimmungsvollen Death Metals. Fans von Stench Of Decay oder Sonne Adam dürften an den puren Metal-Nummern großen Gefallen finden. Doch durch die Zwischenspiele wird „Doom Of The Occult“ eine zwiespältige Angelegenheit, das mit Sicherheit polarisieren wird. Wenn man sich an der Unmenge „Temple“ oder „Gates“ nicht stört, braucht das Album zwar immer noch etwas Zeit. Doch dafür entfaltet sich im Gesamtbild eine dichte, finstere, sinistre Atmosphäre. Herrlich!

[rating:5]

Infos:
Ván Records – 11.03.2011
CD – 23 Lieder / 72:57 Min.

http://www.darknessdamnationdeath.com/
http://van-gbr.de/

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