Iperyt – No Slaves Of Grace

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Wir befinden uns im Krieg! Um uns herum ist ein ohrenbetäubendes Getöse, Schmerzensschreie, Maschinengewehrsalven und viele weitere, undefinierbare Lärmquellen formen eine chaotische Kakophonie. Im Krieg ist alles erlaubt. Auch unlautere Maßnahmen. Auch die Vermengung von Death, Black, Thrash und Industrial Metal mit Hardcore Gabba und Schranz.

Genau dieses abscheulichen Kriegsverbrechens machen sich die polnischen IPERYT schuldig. Den Namen einem Teil des polnischen Wortes für Senfgas entliehen, macht die Band mit dem Faible für Masken und technoide Sounds bereits seit 2005 einen Höllenkrach und entlässt mit „No State Of Grace“ bereits den zweiten Feuersturm auf die Metal-Welt.

Die Mischung zwischen Techno-Drums und heftigen Gitarren war mal – nun, nennen wir es: interessant! Anfang 2000, als The Berzerker aus Australien ihr erstes Album rausgebracht haben. Doch die Choose war auch schnell abgenutzt und einfach nur nervtötend. Alles war einfach zu extrem übersteuert. Diesen Anfängerfehler machen IPERYT nun nicht. Die Gitarren klingen vergleichsweise schon traditioneller als bei The Berzerker. Doch nicht unbedingt innovativer, denn viele der Riffs sind total eindimensionale Schrammelleien auf niedrigstem Niveau. So was kann man nicht mehr Riff nennen, das ist die instrumentale Reproduktion von schwerer Artillerie!
Gelegentlich, wenn die drei Gitarristen dann aber mal nicht versuchen die bösesten Pistolenhelden der Stadt zu sein, kommen dennoch ein paar brauchbare, fast schon melodische Momente herum. Am Ende von „No State Of Grace„. In „The Player“ und „In Morbid Rapture„. Doch das sind wohl nur die Halluzinationen des sterbenden Soldaten an der Front. Kurze Momente der Hoffnung und des Lichts vor dem Exitus.

Und das trägt IPERYT direkt am Lazarett vorbei, direkt auf ein großes, schäbiges Massengrab für Bands, die im Krieg um die Gunst der Zuhörer gefallen sind. Der Bands, die die Welt absolut nicht braucht. Die so langweilig sind, wie der Dreck, mit dem man den Schützenwall errichtet. Over and out.

[rating:1]

Infos:
Witching Hour Productions – 15.02.2011
Digipak-CD/LP (300 Stk. in rotem Vinyl) – 11 Lieder / 43:26 Min.