Cerebral Bore – Maniacal Miscreation

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Ein wenig ist die Geschichte von CEREBRAL BORE doch ein Metal-Märchen. Angefangen hat es bei der Brutal Death Metal Band aus Glasgow irgendwann 2005/2006. Seither gab es zunächst zwei Demos und eine Promo-Single, bevor man sich an das Debütalbum „Maniacal Miscreations“ gab. Dies erschien zunächst auch in Eigenproduktion.

Auf der anderen Seite der Geschichte stehen Earache Records, die damals eines der ersten Label für extremen Death Metal und Grindcore waren und sich über die Jahre einen legendären Ruf mit erstklassigen Veröffentlichungen erarbeitet haben. Aber wem erzähle ich das eigentlich, Earache dürfte wohl JEDER Metaller kennen. Zugegeben, zuletzt ist das britische Kultlabel zwar ein wenig vom wirklich derben Krempel abgewichen (ich sage nur Rival Sons!), hat aber immer noch die Liebe zum extremen (ich sage nur Wormrot). Und Earache haben eine gewisse Affinität zum Internet. Mit Myspace, Facebook, Twitter, Youtube und diversen Tumble-Blogs jongliert das Label mit einer Leichtigkeit, dass sich manch andere Plattenfirma eine Scheibe abschneiden kann. Auch das Ask Earache-Feature ist einfach nur super!
Nun bietet Earache auch an, dass man sich quasi digital bei ihnen Bewirbt. Über ein Formular auf der Homepage gibt man simpel rudimentäre Informationen und den Myspace-Link zu seiner Band an. Simpel, schnell und kostengünstig.

Und genau so sind CEREBRAL BORE in das Boot des Labels gekommen. Über eine Online-Bewerbung mit einem Myspace-Link. Ich muss gestehen, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Doch nun gibt es „Maniacal Miscreation“ für eine breitere Masse als offiziellen Label-(Re)-Release.

Wer auf Brutalen Death Metal mit Traditionsbewusstsein steht, aber auch einige neuere Einflüsse nicht scheut, sollte dieses Debüt definitiv mal anhören! Das Grundgerüst ist selbstverständlich Suffocation. Wie so oft. An einigen Stellen blitzen aber auch sehr nette Cannibal Corpse Riffs heraus und verleihen der guten halben Stunde noch etwas mehr das Gefühl, dass CEREBRAL BORE die alte Schule mit Bravur studiert haben. Ein wenig modernerer Slam-Groove darf natürlich auch nicht fehlen, wird aber in wohl dosierten Häppchen dargereicht.

Die teilweise angenehm hektischen Gitarren und flinken Drum-Pattern haben aber auch ordentlich bei Cryptopsy Nachhilfeunterricht genommen. Eine sehr angenehme Note, die „Maniacal Miscreation“ weiter aus dem Sumpf von Genre-ähnlichen Bands abhebt. Doch das letzte Tüpfelchen reichen die Schotten selber nach, denn an sehr vielen Stellen setzen die Gitarren angenehm verspielte Akzente, fast schon farbenfrohe Tupfer, die wirklich einen eigenen Charakter haben. Besonders „Entombed In Butchered Bodies“ hat so viel fast schon manischen Vibe, dass man einen Hauch Gorerotted-Swing spüren kann.

Der Mut, auch mal überraschende Wendungen zu nehmen, und nicht unbedingt den gerade angedeuteten Breakdown zu spielen, schafft dann noch die Aha-Momente, die „Maniacal Miscreation“ zu einem sehr guten Debüt wachsen lassen. Denn auch wenn die Songs sehr zugänglich sind – was bei heutigem Brutal Death Metal nicht unbedingt immer der Fall ist – gibt es immer noch nette Details zu entdecken.

Danke Earache, dass du noch mal eine gute Perle aus dem Underground gefischt hast!

keine Wertung bei einem Re-Release

Infos:
Eigenproduktion 2010 / Earache April 2011
CD – 8 Lieder / 32:22 Min.