26.06.2011 – Bay Area Matinee Show

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Infos:
Sonntag, 26.06.2011 im AZ, Aachen
Einlass: 18:00h // Beginn: 19:00h
Damage: 7,- oder 8,- Euro (konnte man sich aussuchen(!))

Bands: Beau Navire, Loma Prieta, Trainwreck, Punch

Sonntag, 18:00h. Eine unmenschliche Zeit für ein Konzert. Aber es war ja auch kein Konzert, sondern eine Matinee. Für eine richtige Matinee war die erste Band um 19:00h aber doch etwas spät. Dafür gab es wohl noch einen Umsonstflohmarkt und veganes Barbeque. Doch von allem drei habe ich nicht viel mitbekommen, da ich erst um kurz nach acht im Autonomen Zentrum eintraf.

Vom Flohmarkt erfuhr ich erst am folgenden Tag. Und Essen gab es auch keins mehr, was mir aber egal war. Ich hatte ja bereits gegrillt. Auch dass ich die erste Band verpasst habe, empfand ich nicht als sonderlich schlimm, sagt mir BEAU NAVIRE bis jetzt noch nichts.

Dafür betrat ich den Konzertsaal passend für LOMA PRIETA. Im Vorfeld war mir die Truppe aus San Francisco auch gänzlich unbekannt, doch aufgrund einer Empfehlung war ich gespannt. Und die vergebenen Vorschusslorbeeren gab es nicht zu Unrecht! Hektischer Hardcore, knapp an der Grenze zum Chaos bretterte mit ordentlich Wut und Aggression aus den Boxen. Immer kurz bevor die Songs drohten in puren Krach zu kippen, riss die Band das Ruder rum und hämmerte ordentlich pessimistische Grooves raus. Eine wirklich gelungene Sache, die auch dem Fan von Grind- und Mathcore gefallen hätte. Hiermit werde ich mich definitiv noch mal auseinandersetzen.
http://www.myspace.com/lomaprieta

Hauptgrund, warum ich an diesem Abend im AZ war, waren TRAINWRECK, die uns an diesem Abend mit der Release-Party für ihre neue EP „If There’s Light, It Will Find You“ empfingen. Passend zu diesem Anlass gab es die 12″-EP in einer streng limitierten Sonderauflage von 34 Platten. Mit richtig coolem Klappkonzept mal wieder ein Beweis, was man mit Hingabe und dem Medium Schallplatte auch optisch alles hermachen kann. Respekt!
Neben den vier Songs der neuen EP gab es natürlich auch „ältere“ Nummern wie dem Überhammer „Dem Staub Keine Träne„, das einfach nur wie ein dickes Brett dem bereitwilligem Publikum entgegengehauen wurde. Vor der Bühne ging bereits etwas Bewegung, die durch den körperkontaktfreudigen Einsatz des Frontschreiers nur verstärkt wurde. Aggressiv, düster und absolut energiegeladen. TRAINWRECK haben einfach nur gerockt!
http://trainwreck5.bandcamp.com/
http://trainwreck5.wordpress.com/
http://www.myspace.com/trainwreck5

Von den vielen Anwesenden waren die meisten wohl für den Headliner des Abends gekommen. PUNCH aus San Francisco nahmen das AZ auseinandernehmen. Für mich die größte Überraschung war die Sängerin der Band. Eine kleine, zierliche Person – die unglaubliches aus ihrem Mund hervorgebracht hat. So kraftvolle und angepisste Vocals habe ich echt schon lange nicht mehr gehört!
Was mich neben der Sängerin an dem Gig überrascht hat: Die unglaubliche Ruhe zwischen den Songs. Wenn die Sängerin keine Ansagen gemacht hat, hat das gesamte Publikum geschwiegen. Eine sehr komische Erfahrung…
In Sachen Wut und Aggression standen die Musiker ihrer brüllenden Kollegin in nichts nach und preschten ihre Lieder in Highspeed hervor. Hat irgendwer was von „schnellem Hardcore“ gesagt? Zugegeben, gewisse Riffs und Grooves aus dem Genre sind vorhanden. Aber die abgehakten Stop’n Go-Attacken erinnerten mich mehr an Thrashcore oder Powerviolence. Schlicht und ergreifend nur abgefahren. Auch wenn ich mir PUNCH daheim nicht unbedingt geben würde, war der Auftritt verdammt gut und mitreißend. Nur die kurze Dauer des Auftritts war etwas enttäuschend. Mehr als eine halbe Stunde war es mit Sicherheit nicht.
http://www.myspace.com/punchcrew
http://www.facebook.com/pages/Punch/165122930174113

Die Matinee hat früh begonnen, die Matinee endete auch früh. Um 22:30 war alles vorbei. Ein Glück für die arbeitenden Konzertbesucher. Deutlich positiv überrascht von dem Abend konnte man sich der Melancholie in Anbetracht des nahenden Wochenbeginns zuwenden. Ein sehr cooler Abend, der mich richtig in Stimmung für den 17.07. gebracht hat. Dann sind Rosetta, City Of Ships und Downfall Of Gaia im AZ zu Gast.