Soulline – The Struggle, The Self And Inanity

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SOULLINE wirken unentschlossen. Sie mischen Melodic Death Metal der eher melancholischen, verträumten Ausprägung mit modernen Elementen, cheesy Melodieverständnis, überladenen Keyboards und einer zu gut gemeinten Portion Theatralik.

Zum Größtenteil plätschern die knapp vierzig Minuten des zweiten SOULLINE-Albums ohne nennenswerte Höhepunkte dahin. Ab und an kommen fast schon radiotaugliche Leads aus den Boxen. Doch sind diese genau so eine Ausnahme, wie die interessanten Momente mit Klargesang. Erstaunlicherweise gefallen mir die teilweise fragilen, teilweise melancholischen, klaren Passagen oft besser als die „härteren“.
Dort sind mir die Schreie mir zu lieblos und die Gitarren zu sehr auf modern getrimmt. An manchen Stellen hört man sogar Einflüsse aus dem Alternative-Bereich heraus.

Aber auch die klaren Vocals ist nicht immer ein Stückchen Kuchen. „The Needs Of Mankind“ ist schon ziemlich weinerlich und in „Newer Order Of Reality“ ist die kranke Gesangslinie am Schluss unpassend.

Hinzu kommen dann noch pseudo-bombastische Synthie-Arrangements, die das Gesamtbild nicht unbedingt positiv beeinflussen. Eher wirkt dieses opulente Element zu aufgesetzt. Die verkopften Songstrukturen tun ihr übriges, dass „The Struggle, The Self And Inanity“ trotz des dahinplätschernden Charakters keinen guten Flow in die Ohren der Zuhörer hat. Besonders „Newer Order Of Reality“ leidet unter scheinbarer Ziellosigkeit im Songwriting.

SOULLINE sind mehr todeslangweilig als Todesblei. Wessen Freundin auf End Of Green steht, findet hier vielleicht dezente Koitus-Untermalung. Oder vielleicht einfach die passende Einschlafhilfe, wenn Schäfchenzählen zu spannend ist.

[rating:2]

Infos:
Quam Libet Records – 2010
CD – 8 Lieder / 39:35 Min.