Revolting – In Grisly Rapture

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Death Metal und Horror gehören für mich einfach zusammen! Sicher mag es mittlerweile viele Leute geben, die da ihren Horizont erweitert haben, aber an dieser Stelle bin ich gerne engstirnig und konservativ. Und seien wir ehrlich: In den 80ern gab es diesen wunderschönen Friedhofsmoder, sowohl in Horrorfilmen, wie auch in den urtümlichen Death Metal Scheiben.

Unter Anbetracht dieses Aspekts liefern REVOLTING direkt einen richtigen Augenschmaus! In wirklich absolut bester 80th-Manier steht ein nacktes und zerhacktes Pärchen auf dem Cover und hält ihre eigenen Köppe in den Händen. Auf dem rückseitigen Cover schlägt das Herz des Gorehounds dann noch mal höher, denn hier liegen die Köpfe auf einem Sofa, das unter diversen Filmplakaten (u.a. „Zombie“) und einem Foto von George Romero steht. Diese liebevollen Details durchziehen auch das richtig schöne Booklet von „In Gistly Rapture“. Angefangen bei den herrlichen Zombie-Karikaturen der Musiker über die verwesenden Fratzen neben den Texten. „Woodoo“, „Re-Animator“ und „Evil Dead“ waren hier maßgebliche Inspiration der Illustration. Da wird das Booklet wahrlich noch mal zu einer netten Beigabe zur Musik, eine Schande, wer hier den digitalen Download vorzieht!

Seit 2009 hauen REVOLTING in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr ein Album raus. Die ersten beiden Langeisen wurden über Razorback Records veröffentlicht, was bereits genug über die Fahrtrichtung der Musik aussagen sollte. „In Grisly Rapture“ ist nun aber der Einstand bei FDA Rekotz, und zeigt wiedermal, dass der Rico ein richtig gutes Händchen für verdammt gute Musik hat. Passend zum Artwork überzeugen REVOLTING musikalisch auch auf voller Ebene!
Das Fundament ist straight to-da-face! Die Riffs sind allesamt sehr eingängig, simpel und direkt. Was bei vielen anderen Retro-Bands schnell stumpf wirkt, ist bei REVOLTING sehr effektiv. Jeder Song hat so viele griffige Momente, dass man schon nach dem ersten Hören mehr als die Hälfte der Nummern wiedererkennen wird. Das liegt nicht zuletzt aber auch an der größten Stärke von Tausendsaßer Rogga Johansson, den genialen Leads! Immer mit dem richtigen Hauch Morbidität und einem angenehm dezenten Melodieverständnis sind die Soli und Leads auf „In Gistly Rapture“ einfach nur genial! An vielen Stellen fällt zwar ein großer Einfluss von Edge Of Sanity auf die Gitarren auf, aber das ist nicht unbedingt die schlechteste Inspirationsquelle (;

Die schön direkten Riffs und geilen Leads heben alle Songs von „In Grisly Rapture“ auf ein sehr gutes Level. Keine Lückenfüller, sondern nur richtig gute und geniale Nummern. Selbst das abschließende „Hideous & Revolting„, das als instrumentaler Horror-Soundtrack daherkommt, und an „Re-Animator“, „Beetlejuice“ und „Tales From The Crypt“ erinnert, funktioniert im Gesamtkonzept schlicht weg hervorragend!
Dennoch darf ich an dieser Stelle den größten Kritikpunkt an dem Album nicht unerwähnt lassen: Der Drumsound ist einfach zu steril für die Art von Musik! Bis ich zum ersten Mal in das Booklet geschaut habe, habe ich einen Drumcomputer der Marke Roland an den Kesseln vermutet. Autsch! Beim nächsten Mal bitte etwas mehr organischen Wumms!

Nachdem mich Rogga Johansson mit seinen letzten Outputs nicht so sehr vom Hocker gehauen hat, ist „In Gistly Rapture“ wieder mal eine definitive Pflichtverantstaltung für den Todesmetaller der alten Schule mit Horror-Affinität.

[rating:5]

Infos:
FDA Rekotz / Twilight Vertrieb – Mai 2011
CD/Download – 9 Songs / 38:00 Min.