Deus Otiosus – Murderer

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Wenn man auch nur ein klitzekleinwenig auf einem Instrument spielen kann und dann mit anderen Musikern einen Trinken geht, kommt sicherlich irgendwann das Thema auf: Gemeinsam Musik machen! Und je mehr Alkohol fließt, umso begeisterter werden meist die Beteiligten an dieser Schnapsidee. Auf diese Weise sind viele Bands entstanden. Und sicherlich ist eine ordentliche Ladung Bier auch der einzige Weg, um auf einen Bandnamen wie DEUS OTIOSUS zu kommen. Oder ihn locker auszusprechen.

Mit dem ersten Studio-Fulllength „Murderer“ kann man nun auch ohne Wohnsitz in Dänemark DEUS OTIOSUS bei ihren Alkoholexzessen beiwohnen. Ich will nicht die technischen Fähigkeiten der Band schmälern. Denn Zusammen spielen kann die Band sicherlich. Doch klingen die Songs eher danach, als ob sie aus Bierlaune heraus und unter gutem Einfluss dessen entstanden seien. Auch wenn „Murderer“ sicherlich Metal-Musik beinhaltet, wohnt den Liedern selber ein ordentlicher Schlag Punk inne. Stumpfes Riffing, archaische Ufta-Beats und fast schon infantile Soli, immer ohne Schnörkel oder verzierendes Beiwerk. Eigentlich genau die Trademarks, die oldschool Death Meetal straight to your Face ausmachen. Doch leider sind DEUS OTIOSUS dann doch nicht immer so gerade heraus. Selbst wenn es mal richtig geile Ideen gibt, wie im genialen Opener „I Have Seen Him Slay„, werden die guten Momente zu Tode genudelt. Den schlimmsten Tod stirbt hier „Thousand Arms Of The Dead„, das noch vor der Hälfte des Lieders einfach zu lang wirkt.
Wie es aber beim fröhlichen Trinken und Musizieren nun mal so ist: Es kommen trotz grober Patzer im Songwriting immer wieder gute Momente herum. „Ye Pigs Of Little Faith“ ist eine schöne rockige, punkige Nummer und auch der Titeltrack hat nette Ideen. Doch insgesamt durchziehen zu viele durchschnittliche bis langweilige Momente „Murderer„.

Eigentlich schade, dass die Musik von DEUS OTIOSUS so belanglos ist. Denn das schön schwarz/weiß gehaltene Booklett ist liebevoll aufgemacht. Und enthält stilecht die schönsten Trademarks des morbiden Death Metals: Augen, Zombies, Folterinstrumente, Atomexplosionen und Jack The Ripper. Da können sich genau so viele Bands eine Scheibe abschneiden, wie die Dänen sich bei anderen Bands noch mal das griffige Songwriting anschauen dürfen.

[rating:3]

Infos:
FDA Rekotz – 2011
CD – 8 Lieder / 41:18 Min.