Demonical – Death Infernal

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DEMONICAL sind mittlerweile auch bei ihrem dritten Album angekommen. Das Album, was angeblich über den weiteren Werdegang einer Band entscheiden soll. Und wiedermal liefern DEMONICAL eigentlich genau das, was man von ihnen kennt und erwartet – und haben dennoch ein paar „Überraschungen“ für den Hörer parat.

Natürlich ist die Truppe, die aus der Asche von Centinex hervorgegangen ist, immer noch absolut der alten schwedischen Schule verschrieben. Dismember, Grave, Fleshcrawl und Konsorten grüßen an allen Ecken von „Death Infernal„. An vielen Stellen ist DEMONICAL der Worship außerordentlich gut gelungen. „Through Hellfire„, „Black Inferno„, „Darkness Awaits“ oder der Opener „The Arrival Of Armageddon“ sind richtig fette Elchtod-Brecher! Hammer Songs, die definitiv von den Fans geliebt werden.
Doch an manchen Stellen erkennt man auf „Death Infernal“ ähnliche Entwicklungen, wie bei der letzten Centinex-Scheibe. Natürlich darf die stampfende Hymne für eine typische DEMONICAL Platte nicht fehlen. Doch hat „March For Victory“ ein wenig zu viel Amon Amarth für meinen Geschmack. Richtig schlimm wird dann „For Northern Shores„, das meiner Meinung nach fast zu poppig für DEMONICAL ist. Puh, so ein Ausfall passt eigentlich gar nicht auf die Scheibe und zieht die Gesamtwertung schon etwas in den Keller.
Eine überdeutliche Parallele zu „World Declension“ (Centinex) ist aber „All Will Perish„, wo DEMONICAL zum wiederholten Male ihre Zuneigung zu Peter Tägtgren und Hypocrisy zeigen. Der Track klingt wie eine Neuinterpretation von „Eraser“ („The Arrival„/Hypocrisy). Nicht unbedingt schlecht, hinterlässt aber auf Grund der deutlichen Übereinstimmungen einen fahlen Beigeschmack. Eine ähnliche, wenn auch gänzlich überraschende Inspiration gibt es in „Return Of The Flesh„, wo im relativ stoischen Ufta auf einmal das Solo von Cryptopsys „Shroud“ („… and then you’ll beg„) entliehen wird. Was zur Hölle? Aber Ich mag sowohl „Shroud„, wie auch den DEMONICAL-Song, so gesehen…

Death Infernal“ ist eigentlich ein Album, wie man es von DEMONICAL oder den späteren Centinex erwartet hat/hätte. Ordentlich, mit einer guten Hand voll Hits. Dank gelungener Hooklines ein gutes Stück über der breiten Masse an Retro-Bands. Doch gleichzeitig haben DEMONICAL hier wieder ein wenig die Schwäche, dass sie – dank vieler gelungener Hooklines – schon fast wieder zu rund wirken. Doch das wird wohl erst in ferner Zukunft ein wirkliches Problem sein. Solange erfreue ich mich daran, dass ich mit ein paar Bier im Schädel auch noch zu „March For Victory“ oder „Ravenous“ mitgröhlen kann. Was will der Metaller mehr?

[rating:4]

Infos:
Cyclone Empire – 15.04.2011
CD – 11 Lieder / 48:26 Min.