Ana Kefr – The Burial Tree II

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ANA KEFR haben einen Samen gepflanzt. Aus diesem Samen wuchs ein Baum, der „Burial Tree„. Dieser Baum mehrte sich und zeugte einen Ableger, „The Burial Tree II„. Wie es in der Natur nunmal so ist, so richtig lässt sich nicht vorherbestimmen, wohin die Triebe unseres Pflänzleins schlagen. Geradlinigkeit ist zumindest definitiv nicht das häufigste Attribut, wenn man einen Ast mit seinen Gablungen beschreiben soll. Diese Analogie ist eine schöne Umschreibung für die Musik von ANA KEFR, die sich gleich eines Baumes in diverse Richtungen entwickelt. Geprägt von der Umwelt umfasst „The Burial Tree II“ eine weite Spanne an Einflüssen. Vom modernen Deathcore über symphonische Auswucherungen und ruhigere Momente. Grob umfasst kann man es mit Progressive Death Metal umschreiben.

In diesem Zusammenhang fällt natürlich zwangsläufig auch der Einfluss Opeths auf ANA KEFR auf. Mindestens in „Bathos And The Icon“ und „The Blackening“ hatten Âkerfeldt Gesang, und nicht zuletzt seine Mitmusiker einen erheblichen Einfluss auf „The Burial Tree II„. Doch auch die kanadischen Augury haben ihre Spuren hinterlassen und erklingen gut erkennbar nach dem Die Apokalyptischen Reiter-Intro in „Monody„.
ANA KEFR sind aber auch neueren, wie auch abgedrehteren Ideen nicht abgeneigt. Das verrückte „Apoptosis“ hätte auch aus einer Kollaboration zwischen Stolen Babies und The Dresden Dolls hervorgehen können. Dennoch bleiben ANA KEFR mehr oder minder den Wurzeln des Death Metals treu und halten solche Ausflüge recht kurz. Mehr kommen Elemente aus modernen Interpretationen des Genres, den Auswüchsen des Deathcores inklusive als Dünger hinzu.

DIe Mischung ist manigfaltig. Als ob „The Burial Tree II“ ein Baum wäre, der Studentenfutter als Früchte trägt. Doch trotz aller Progressivität, die selten ein Thema mehr als zwei Mal wiederholt, klingen die Entwicklungen der Songs fast immer logisch und konsequent. Dann gibt es eben mal diversen Klargesang. Auch weiblichen. Klarinetten? Nun, das ist zwar ungewöhnlich, das Lied verlangt es aber, es ist nicht sonderlich schockierend. Überraschend ist es hingegen beim ersten Hören sicherlich. Und von ähnlichen Situationen gibt es mehrere auf der Scheibe.

Die Diversität ANA KEFRs ist sicherlich keine einfache Kost. Und „The Burial Tree II“ ist nicht durchgängig auf dem gleichen Niveau. Ironischerweise passt aber die qualitative Achterbahnfahrt zwischen den Songs genau zu ihrer progressiven Entwicklung. Es ist eine kurzweilige Stunde Musik, die dem Hörer geboten wird. Für Fans von Opeth und Augury definitiv ein Ohr wert. Über diesen Interessentenkreis hinaus könnte es für die Band hingegen Schwer werden.

[rating:4.5]

Infos:
Muse Sick Music – 03.05.2011
CD – 14 Lieder / 62:26 Min.