5 Stabbed 4 Corpses – Get Smashed

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Es geht in den Underground, in den unterirdischen Schlachtkeller mit angrenzender Schweinefarm zur Entsorgung der armen, sterblichen Überreste unserer Opfer. Dass die nächste halbe Stunde nichts für zartbesaitete wird, verdeutlicht bereits das Cover von „Get Smashed„. So viel Blut und ein Onkel mit einem ziemlich gestörten Verhältnis zu seinem Zahnarzt versprechend jedenfalls keine Hippiemucke. Und wenn man genauer hinschaut, lässt auch das verpixelte Inlay der Scheibe auf pure undergrind Low-Fi schließen. Ich muss ja gestehen, so eine schlonzige Umverpackung habe ich seit den letzten Geschichten von Sanitys Dawn nicht mehr gesehen! (Machen die überhaupt noch was?)

Und so glücklich bin ich auch nicht mit der Produktion von „Get Smashed„. Der teilweise übersteuerte Gesang steht sehr stark im Vordergrund und lässt die doch stellenweise netten Riffs ein Wenig zu sehr in den Hintergrund rücken. Auch das etwas undifferenzierte Schlagzeug sorgt in den sporadischen Blast-Passagen für einen Heidenlärm, der ein wenig an einen Güterzug erinnert, der an unserem Folterkeller vorbeirauscht. Hauptsächlich hört man aber die angrenzende Schweinefarm. Die Diversität der dargebotenen Grunzlaute legt zumindest eine ganze Horde Borstentiere nahe. Von relativ moderaten Schreien, die wahrscheinlich eher von den unglücklichen Opfern stammen, über Frognoise, Pig-Squeels hin zu perversen Inhale-Lauten deckt Blubbernase Rico eine schöne, weitgefächerte Palette an gutturalen Lauten ab. Respekt dafür, auch wenn er dadurch seiner Begleitkapelle ein Bisschen die Show stielt. Doch dieser Umstand ist eigentlich verkraftbar. Richtige Ausfälle haben 5 STABBED 4 CORPSES zwar kaum auf ihrem ersten Album zu verzeichnen, doch spielen sie relativ generischen Goregrind. Natürlich gibt es ordentlich Groove, der auch im Pit für einige blutige Nasen sorgen wird, wie auch die dezenten Slams den Circle-Pit in Rotation halten werden. Doch leider bleibt kaum eine der 17 Nummern im Kopf kleben. Dafür werden aber häufig Erinnerungen an Razorrape, Spasm, alte CBT und stellenweise auch Ahumando Granujo hochkommen. Gerade die nasale Lautakrobatik trägt hier eine nicht zu unterschätzende Schuld (;

Durch die Nennung der paar groovy Goregrind-Bands sollte die Klientel von 5 STABBED 4 CORPSES eigentlich sonnenklar sein. Auch wenn wir uns weit ab vom Tageslicht im versifften Keller befinden.

[rating:3.5]

Infos:
Rotten Roll Rex – 2010
CD – 17 Lieder / 32:51 Min.