Devastor – M.T.D.

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Bekanntlich bin ich nicht der sonderlich große Fan vom Deathcore. Sowohl die besondere Ästhetik des Merchandise mit all den grellen Farben, wie auch die modernen, fast schon zwanghaften Breakdowns für den Karate-Pit gehen mir gehörig auf den Senkel. Entsprechend skeptisch war ich auch gegenüber DEVASTOR und ihrer Debüt-EP „M.T.D.„, die optisch schön die typischen Klischees abarbeitet. Ich muss gestehen, ich finde das Cover irgendwie billig, was aber auch daran liegen kann, dass ich zu viel Photoshop-Makeover eh immer schnell scheiße finde. Aber man beurteilt ein Buch nicht nach seinem Einband. Also ich bin relativ vorurteilsfrei an die EP rangegangen – und wurde positiv überrascht!

Natürlich können DEVASTOR nicht auf ein paar obligatorische Breakdowns verzichten und zeigen ein mehreren Stellen deutlich einen großen Einfluss aus Hard- und Deathcore. Doch insgesamt sind die dicke Hose-Momente im gut verdaubarem Rahmen. DEVASTOR machen eine richtig gute Figur und hauen griffige Riffs und sehr coole Melodien heraus! Ich würde sogar behaupten, dass Dying Fetus deutliche Spuren am Titeltrack der Scheibe hinterlassen haben, wie auch das Lead am Schluss einen Hauch Nile aufweist.
Die größte Vergleichsreferenz bleibt aber wohl die Deathcore-Truppe Carnifex. DEVASTOR verbinden auf ähnliche Weise Death Metal mit trendigen Momenten. Nur sind die Jungs aus Alsdorf/Aachen deutlich langsamer als die großen Vorbilder aus den USA. Größtenteils böllern die Songs der EP im Midtempo und trauen sich auch nur im ersten Track mal in Richtung (moderate) Blastbeats.
Dafür gibt es auf „M.T.D.“ aber coolere Melodien, wie in „Two Faced Traitors“ oder „Fear Of Contact„, die eine coole Atmosphäre erzeugen. Durch wirklich gute Leads und prägnante Riffs ist „More Than Devastating“ sehr zugänglich und bleibt im Gedächtnis. Zur Musik finde ich auch den Gesang sehr passend, der in den Shouts deutlich im Hardcore zuhause ist und in den Schreien ein wenig an The Black Dahlia Murder erinnert, die auch im Riff von „Two Faced Traitors“ mitschwingen.

Für Freunde von modernem Death Metal mit gelungenem Melodieverständis und Spuren von Hardcore, oder für Fans von Carnifex haben DEVASTOR ein mehr als solides, erstes Lebenszeichen in die Welt gesetzt.

[rating:4]

Infos:
Eigenproduktion – 2011
MCD – 5 Songs / 19:08 Min.