Destroying Divinity – Dark Future

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DESTROYING DIVINITY prophezeien uns eine düstere Zukunft. Doch bisher war wohl eher die Vergangenheit der Truppe alles andere als glänzend. Auf das Bandkonto gehen bereits drei Full-Lenghts, wovon „Dark Future“ sogar Mitte letzten Jahres über das amerikanische Brutal Bands raus gekommen ist. Dennoch wurde den Tschechen bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Mag das an mangelnder Werbung des Labels liegen? Oder daran, dass DESTROYING DIVINITY einen nicht ganz so angesagten Stiefel fahren? Der Bandname ist von einem Monstrosity-Song entliehen. Der Sound von Immolation mit feinen Nuancen von Incantation, Morbid Angel und einer dezenten Note Nile.

Fans der düsteren, amerikanischen Schule werden aber der mangelnden Publicity zum Trotz an „Dark Future“ sicher Gefallen finden. Zugegeben, insgesamt fehlt es DESTROYING DIVINITY noch etwas an Direktheit und Eingängigkeit, die ihre New Yorker Vorbilder so übermächtig machen. Doch die Tendenzen sind gut, alle Songs vom dritten Album der Band sind mehr als ordentlich. Mit beschwörerschem Touch ist „Undead In The Darkness“ ein hervorragender Soundtrack für die nächste unheilige Opferung. Falls der Mond mal wieder zu Hell scheint, werden die Leadgitarren aus „Prophecy“ schon für die nötige Dunkelheit sorgen. Und wer seinen Kapuzenmantel für das Ritual dabei hat, braucht auch im schwatten Mittelpart von „Name Written In Blood“ nicht zu frösteln, sondern kann sich zu den rituellen Trommeln von „Putrid Stench Of Past“ wieder warm tanzen. Sehr nette Geschichte, doch etwas mehr archaischer Groove fehlt noch, bevor man mit Immolation mithalten kann.
In diesem sinistren Gesamtbild gibt es auch deutliche Ausreißer nach oben. Die Finsternasen hauen mit „Birth Of Faceless Killer“ oder „Face To Face To Destiny“ zwei infernalisch böse Hassklumpen heraus, die sich gewaschen haben. Hammer, besonders der letztgenannte Track. Damit kann man gut und gerne die Wartezeit zur neuen Morbid Angel überbrücken!
Doch wo so viel schleimige Finsternis ist, kann natürlich nicht alles im besten Licht glänzen! Neben ein wenig mangelnder Eingängigkeit ist das größte Manko an „Dark Future“ mit Sicherheit der monotone Gesang. Sänger Erik ist zwar kernig tief und böse. Doch leider auf Dauer etwas emotionslos.

Doch wer würde Dienern der Dunkelheit bitte ernsthaft Emotionslosigkeit vorwerfen? Gerade, wenn über Tod und Verderben gesungen wird, wäre zu viel Gefühl fatal! Darum darf man als Immolation-Anhänger, Incantation-Sympathisant und Morbid Angel-Erwarter getrost in „Face To Face To Destiny“ reinhören und anschließend den Erwerb von „Dark Future“ in nähere Betracht ziehen.

[rating:4]

Infos:
Brutal Bands – 25. Juni 2010
CD – 9 Lieder / 36:07 Min.