Anomalous – OHMnivalent

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Autsch! Da hat wirklich jemand den fatalen Fehler begangen, und ein technisch/progressives Death Metal Album zum (mehr oder minder) gleichen Zeitpunkt veröffentlicht, wie Obscura ihr Drittwerk „Omnivium„. Bei der harten Konkurrenz sicher nicht der schlaueste Schachzug. Auch, wenn ANOMALOUS und Obscura im gleichen Genre deutlich unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Einziger Überschneidungspunkt beider Bands sind wohl die spacigen Prog-Parts. Und da liegt „Omnivium“ um Längen von „OHMnivalent„, wo fast alle Soli relativ ähnlich und auch ein bisschen lieblos klingen.

Wo die deutsche Vorzeige-Truppe deutlich auf Wurzeln bei Death, Cynic und Konsorten zeigt, liebäugeln ANOMALOUS aus San Francisco mehr mit dem Mathcore, verfallen in totales Gefrickel und perverse Breaks. Stellt euch vor Within The Ruins und Ion Dissonance vergewaltigen The Faceless, Origin und Fleshwrought anal. Trocken. Das ganze klingt dann wie Brain Drill im Weltall – nur nicht ganz so abgedreht und spannend. Sondern äußerst sperrig und auf dauer etwas langweilig. Da sind die stellenweise eingebauten Stakkatos, Breakdowns und Djent-Sounds auch nur kontraproduktiv.
All die – ohne zweifel vorhandenen – technischen Fähigkeiten der Musiker nützen absolut gar nichts, wenn die Songs einfach nur unzugänglich sind. Richtige Brutalität kommt vor lauter Technik nicht auf. Von Eingängigkeit ganz zu schweigen. Und dank vieler Breaks und Wendungen schüttelt man den Hörer meist sehr schnell ab. Wenn man sich hartnäckig gibt, und die Verfolgung aufnimmt, kann es sein, dass man sich im plötzlich erscheinenden Progressive Metal Part zu Tode langweilt.

OHMnivalent“ sind 55 anstrengende Minuten. Sie kosten viel Nerven, Aufmerksamkeit und Konzentration. Und unterm Strich bekommt man dafür nichts zurück. Keine knochenbrechende Brutalität, keine guten Songs, keine prägnanten Momente. Selbst für eine Stunde technischer Musikschule ist das Teil nicht zu gebrauchen, weil es dafür zu lang – und in den „spannenden“ Prog-Momenten zu gleichförmig ist.

[rating:1]

Infos:
Brutal Bands – 15.03.2011
CD – 9 Lieder / 55:21 Min.