Maruta – Forward Into Regression

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Nun stehst Du hier, auf dem Dach des höchsten Hochhauses weit und breit. Doch eine Gelegenheit über den nächsten Schritt noch mal genauer nachzudenken, bekommst Du nicht! Den vorher springen MARUTA hinter der nächsten Ecke hervor, brüllen etwas unverständlich und schubsen Dich mit irrem Lachen von der Kante!

Mit „Forward Into Regression“ geht, nein, springt das Quartett aus Miami auf eine neue Stufe des Grindcores. Stark vom Metal geprägt, fast gänzlich die Punk/Hardcore-Wurzeln verdeckend, metzeln MARUTA auf ihrem zweiten Album eine schwer verdauliche Mischung herunter, die wie späte Gorguts auf Koks klingt! Genre-untypisch werden die dissonanten Riffs auf einer siebensaitigen Gitarre gespielt, erinnern dadurch ein wenig an Ion Dissonant und deren typischen Djent-Sound. Doch auch Hate Eternal schimmern als Paten durch die Gitarren-Linien und auch dem Drumming von „March Foward„, das auch mit zwei Snare-Drums gespielt wird. Manche Momente auf „Forward Into Regression“ erinnern mich sogar ein Wenig an die verblichenen Poostew.
Eine wirklich furiose, moderne Interpretation des Grindcores, die sich auch größtenteils auf sehr gutem Niveau bewegt! Durch manche eher langsame, schleppende Teile (die aber nicht so sonderlich spannend sind) und gelegentliche Rückbesinnung auf eher crustige Riffs (die dafür umso mehr rocken!!), ist „Forward Into Regression“ auch sehr abwechslungsreich und lässt zu keiner Sekunde der knappen halben Stunde Spielzeit auch nur die geringste Langeweile aufkommen. Ein paar kleine Durchhänger seien MARUTA zugestanden, die Schaden dem Gesamtbild nicht sonderlich. Da leidet das Album schon eher unter dem komischen Sound. So wildes und aggressives Liedgut gehört auch roh und dreckig verpackt, Grindcore muss rotzig sein!

Wer den leider aufgelösten Crowpath nachtrauert, wird in „Forward Into Regression“ einen guten Tröster finden. Eure Nachbarn werden euch zwar dafür hassen, aber man kann halt nicht alles haben. Und wer vor dem Kauf selber noch mal eine Meinung zu MARUTA bilden will, kann bei unseren Kollegen von Metalsucks das komplette Album als Stream hören.

[rating:4.5]

Infos:
Hammerheart / Willowtip – 07.03.2011
CD – 16 Lieder / 29:16 Min