Corpse Molester Cult – Corpse Molester Cult

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Ein schlechtes Cover, mehrmals Mottenkiste und das liebe Namedropping – von all dem hat „Corpse Molester Cult“ ein Wenig. Fangen wir mit dem Cover und dem äußerst kreativen Namen der EP an. Offensichtlich wird hier kein großes Tennis gespielt! Nur der Band-Name auf schwarzem Grund? Ich glaube, das sieht auf der 10″-EP richtig langweilig aus… Denn neben einer Veröffentlichung als MCD im Digipak wird Hammerheart Records dieses doch schon angestaubte, erste Lebenszeichen von CORPSE MOLESTER CULT auch auf dem leider eher seltenen EP-Format als Vinyl veröffentlichen. Angestaubt deswegen, weil das selbstbetitelte Demo bereits 2008 in limitierter Auflage und Eigenproduktion durch die Band erschienen ist. Das sollte der Sache zwar eigentlich keinen Abbruch tun, dennoch wäre etwas aktuelleres Material sicher auch nicht verkehrt gewesen.
Und um den letzten Punkt aus der eröffnenden Liste noch zu erörtern: CORPSE MOLESTER CULT ist eine Spielwiese von Tomi Joutsen von Amorphis, der hier Gitarre spielt und etwas im Hintergrund rumbrüllt.

Typisch finnisch klingt diese EP aber sicher nicht! Die großen Vorbilder für „Corpse Molester Cult“ waren eindeutig in den Melodien Dismember und im Groove und Riffing Entombed. Und auch das Organ von LG Petrov hat bei Antti Åström einen bleibenden Schaden hinterlassen, klingt er doch dem Entombed-Fronter zum verwechseln ähnlich!
Nun könnte ich die Kreativlosigkeit von Cover und EP-Titel vorschnell auch der Musik vorwerfen. Denn neu, bahnbrechend und eigenständig sind die gut 17 Minuten hier beim Deibel nicht. Dafür aber durchaus gut gemacht. Die leicht melancholischen Melodien bleiben gut im Gehör kleben, der Refrain von „Born From The Whore“ läd zum Mitsingen ein und alle Songs verfügen über gute Eingängigkeit und hohen Wiedererkennungswert.

Ein großes Must-Have ist „Corpse Molester Cult“ sicher nicht. Aber ein grundsolider Einstieg, der sich gut zwischen vielen anderen Retro-Kapellen behaupten kann. Ich für meinen Teil warte erstmal neues Material von CORPSE MOLESTER CULT ab und höre zwischenzeitlich sicher noch das ein oder andere Mal in diese EP rein, bevor ich mir eine großartige Meinung zu der Band bilde.

Keine Wertung bei einem Re-Release.

Infos:
Eigenproduktion – 2008 / Hammerheart Records – 14.03.2011
MCD/10″ EP – 4 Lieder / 17:02 Min.