Campaign For Musical Destruction #16

 

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich die mittlerweile 16 Ausgabe des CAMPAIGN FOR MUSICAL DESTRUCTIONs aus meinem Postkasten fischen durfte, hatte ich das Teil doch erst kurz zuvor mit einem Stapel Platten bei FDA Rekotz geordert, die offensichtlich nicht mit in dem Umschlag waren. Doch hier war der Gerste schneller und hat mir auf Grund meines Reviews zur Nummer 15 glatt ein Exemplar der aktuellen Ausgabe zugeschickt. Danke nochmal dafür! Und was mit meinem ursprünglich bestellten Exemplar geschieht, verrate ich die Tage (;

Doch genug der Vorworte, kommen wir zur Sache! Denn wer sich für das liebevoll gestaltete Fanzine – Verzeihung! – den Rundbrief interessiert, sollte sich dranhalten! Am 13.03. gab es ein Update auf der Homepage des CFMD, wo verkündet wurde, dass bereits über die Hälfte der aktuellen Auflage weg sei. Und das gerade mal vier Wochen nach Erscheinen! Finde ich wirklich gut, dass ein gedrucktes Fanzine heute noch so guten Absatz findet! Besonders, weil dem Leser wieder einmal ordentlich was geboten wird, für die lächerlichen 2 Kröten Gegenleistung! Dieses Mal haben sich auch wieder Erik, Rayk und Katja mehr an dem Heft beteiligt und es gibt einen interessanten Gastbeitrag von Sascha Beselt, der in diesem Heft auch mit seiner Band Mandatory in den Zeugenstand beordert wurde.
Die sehr lesenswerten Frage-und-Antwort-Spiele dieser Episode wurden mit W.H.A.T., Bangsat aus Indonesien, Chaosreign, Katyusha, Collapsing System aus Venezuela (sehr interessant was dort unten so abgeht!), besagten Mandatory, deren Antworten teilweise epische Ausmaße annehmen, ohne zu langweilen, Attack Of Rage und Greed Killing, die sich hier wohl nicht unbedingt viel Gegenliebe in der Szene machen, geführt. Und als Special „Wisdom From The Crypts“ kommen dann die Urgesteine Tomas Skogsberg und Dan Swanö unter die kreativen Fragen von Sascha Beselt. Hier ist großartiges Potential für eine etwas andere Fragestunde vorhanden – wäre Skoksberg nicht ein so unglaublich mundfauler Sack! Mal ehrlich, bei so viel Mühe von Saschas Seite sind Antworten wie „Ich passe“ oder ein einfaches „Ja.“ wirklich eine bodenlose Frechheit! Besonders in der gezeigten Häufigkeit! Pfui! Dafür gab es von Tausendsasser Swanö ein paar tiefergehende Antworten.
Natürlich durften auch die Reviews in diesem Heft nicht fehlen, die dieses Mal auch wieder etwas mehr Platz einnehmen, als noch in Ausgabe 15. Dabei haben zunächst jeweils Erik, Rayk und Gerste einen separaten Block, wo letztgenannter auf Grund von vielen Besprechungen gebündelt nach Label seine Meinung darbietet. Interessanter Ansatz! Zum Schluss gibt es dann aber nochmal „gemischte Meinungen“ und natürlich auch einen dicken Haufen an Fanzine-Besprechungen, wo es neues Futter für die Klositzung zu entdecken und auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten gibt: Hammerheart #4, Reek Zine #1, Iron Hammer #3, Mystical Music #14 und #15, Semen Demon #4 und Streetcleaner #21 werden einer intensiven Investigation unterworfen.
An dieser Stelle gibt es vielleicht den einzigen Kritikpunkt an dieser CFMD: Insgesamt sind fast alle Kritiken sehr positiv ausgefallen. Wenn ich wirklich alle Empfehlungen hier kaufen müsste, wäre ich ziemlich schnell blank, haha. Doch dafür fallen die Verrisse zwischen den wohlgesonnenen Kritiken um so mehr auf…
Aufgelockert wird alles noch mit einem kurzweiligen Bericht über das Party.san Open Air 2010, das erfrischend schön aus der Sicht eines Fans geschrieben ist. So müssen Konzertberichte sein, scheiß was auf die hochpolierten „Metal-Medien“, die mit ihren digitalen Spiegelreflexkameras auf ultrawichtig tun!
Und natürlich dürfen auch die Symphonies Of Sickness (diesmal zum Thema Syphilis und Experimenten an Unwissenden) und das Serienmörder-Special (mit dem Alligator Man) nicht fehlen. Sehr informativ, diese beiden Rubriken. Ich freue mich schon auf die folgenden Episoden!

Wow, dieses mal sogar um vier Seiten dicker als noch bei Nummer 15, ist das liebevoll in Copy’n Paste (ich meine im Layout, nicht im Inhalt wie von und zu Guttenberg) gemachte Heft wesentlich ansprechender, als es alle großen Hefte am Kiosk sind. Für 2 Euro gibt es hier ordentlich Value-For-Money, also beeilt euch und kauft den Scheiß! Wie anfangs erwähnt, ein Großteil der Auflage ist schon weg!

Infos:
Deutsch, 48 Seiten
8 Interviews, „Wisdom From The Crypts“-Specieal, Party.San-Bericht, Serienmöder- und Krankheits-Special
Tonnenweise Zine- und Tonträger-Reviews
Kontakt: http://www.campaign-for-musical-destruction.de/