Pessimist – Call To War

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Nicht nur im Death Metal wünscht man sich scheinbar nichts sehnlicher zurück, als die gloreichen Achtziger, nein, auch der Thrash Metal hat einen Retro-Boom sondersgleichen! Da stellt auch das Debütalbum von PESSIMIST keine Ausnahme dar. Auch wenn die junge Combo aus Baden-Würtemberg stammt, klingt „Call To War“ sehr stark nach Ruhrpott-Thrash aus der Föhnfrisuren-Zeit. Destruction, Kreator, Sodom, alles gut passende Referenzen, wobei besonders letztere wohl deutlich das Coverartwork, wie auch den ersten Song „Trommelfeuer“ geprägt haben.

An dieser Stelle muss ich gestehen: Ich hatte meine Anlaufschwierigkeiten mit „Call To War„. „Trommelfeuer“ ist mir ein wenig zu monoton, der Refrain schleppend, die Riffs bis zum Erbrechen wiederholt, alles klingt ein wenig nach angezogener Handbremse. Auch „The Massacre Of Nanking“ ist eher Durchschnittsware, was einen guten Einstieg in das Album nicht sonderlich einfach macht. Erst ab dem kompakteren „Infernal Death“ fangen PESSIMIST an mich zu überzeugen. Doch dann liefern die Jungs aus Weil am Rhein direkt eine Salve von brauchbaren Songs, die mit dickem 80er-Vibe, mitsingbaren Refrains samt catchy Hooklines und eingängigen Songstrukturen überzeugen. Da ist auch der eher langatmige Anfang gerne vergessen. Nur das instrumentelle „Another Day In Mania“ inklusive „Maniac Mansion“ 8-Bit Hidden-Gedudel hätte man vielleicht noch weglassen können.

So bleibt „Call To War“ aber immer noch ein nettes Einstandsalbum, was noch Potential zur Ausarbeitung hat. Der geneigte Kreator und Sodom Fan wird dennoch seine helle Freude daran haben.

[rating:4]

Infos:
Firefield Records – 27.03.2010
CD – 9 Lieder / 51:14 Min.