Left Hand Path – Time To Die! (Demo 2010)

 , ,

Der oldschool Death Metal boomt, keine Frage! Und es war eigentlich auch nur eine Frage der Zeit, bis sich der Maniac Michael „Deichkot“ Eden (Possessed.de, Radio Mähdrescher, Ear Terror Festival) wieder musikalisch meldet. Tears Of Decay, seine bisherige Spielwiese, ist schon seit geraumer Zeit ziemlich faul (2004 war das letzte Release die Split mit Brodequin), also startete der Todesblei-Veteran zusammen mit Leuten aus toten Descartar LEFF HAND PATH. Der Name zeigt natürlich die Marschrichtung der Truppe, auch wenn ich nicht unbedingt Entombed als Haupteinfluss raushören würde. Dafür sind LEFT HAND PATH doch etwas zu archaisch und grooven definitiv viel zu wenig.

Das erste Demo „Time To Die!“ zeigt generell noch ein paar Kinderkrankheiten bei den Emdenern. Den Songs fehlt es noch etwas an Feeling und Flow. Ist nun sicherlich eine etwas schwammige Kritik, aber besser kann ich gerade auch nicht in Worte fassen, was mir an den drei Songs der CDr nicht gefällt. Vielleicht wäre ein etwas abwechslungsreicheres Riffing der richtige Schritt. Sicher, prägnant ist die Eröffung von „Birthless Grave“ schon. Doch bleibt darüber hinaus kaum was im Gedächtnis. So klingen die Gitarren in „Diary Of An Unborn Child“ auch schon wieder sehr ähnlich zum ersten Song der Demo.
Und auch das Drumming klingt eher verkrampft. Mal so, als ob Drummer Mr. Tea mit Handbremse spielt, und dann in „Suicide Of Mankind“ hingegen mit einem so unglaublich unpassenden, hektischen Blastbeats. Hier hätte etwas moderateres Tempo sicher gut getan, denn im atmosphärischen Downtempo liegt die Stärke dieses Songs. Und auch „Diary Of An Unborn Child“ leidet unter dem eher unpassenden Uptempo-Drumming. Wenn man sich mehr an den namensgebenden Entombed orientiert, und das stumpfe Geprügel durch mörderischen Groove ersetzt hätte, würde „Time To Die!“ sicher besser funktionieren.

Doch so ist das erste Demo von LEFT HAND PATH eher durchschnittliche Death Metal Kost in einer Unmenge an Retro-Veröffentlichungen zur aktuellen Stunde. Jungs, ich glaube euch gerne, dass ihr diese Musik macht, weil ihr sie mögt. Darum mein Tipp an euch: Hört mehr auf euren Bauch, versucht nicht schneller und härter zu sein, sondern euer Feeling in Töne zu packen. Denn oldschool Death Metal lebt immer noch mehr vom Bauchgefühl und nicht aus dem Kopf.

[rating:3]

Infos:
Eigenproduktion – 2010
CDr – 3 Lieder / 10:12 Min.