Dr. Acula – Slander

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Ich gebe es ja zu! Als ich das erste Mal den grottigen „Dr. Acula“-Scherz bei der Ärzte-Serie „Scrubs“ gehört habe, musste ich schon gut schmunzeln. So schlecht das Wortspiel um den praktizierenden Ärzte-Vampir auch ist, so sehr erhellte es auch mein simples Gemüt.
Doch als ich das erste Mal die Band DR. ACULA hörte, blieb mir mein Grinsen im Halse stecken. Auf Toifel komm raus auf extrem getrimmter Deathcore ohne Sinn und Verstand. Und wenn man dann auch noch all die dilettantischen Reviews liest, die in dieser Trendmusik immer wieder Grindcore gehört haben wollen, wird mir sogar richtig schlecht!

Slander“ will nun aber nicht mehr einfach nur die extremste Bree-Bree-Scheiße dort draußen sein. Doch richtig ein bestimmtes Ziel wollen DR. ACULA auch nicht verfolgen. Im Gegenteil, „Slander“ ist genau der Soundtrack für die Generation, die sich nicht mehr festlegen kann, dank einer ADHS-induzierten Aufmerksamkeitspanne von weniger als einem Twitter-Beitrag, nicht mal kann. Man nimmt mal hier ein bisschen Pop-Punk, dort ein wenig (Post-)Hardcore, ein wenig melodischer Death Metal darf genau so wenig fehlen wie Metalcore und natürlich der Deathcore. Grindcore verwendet man keinen, denn das wäre nicht trendig genug! Dafür aber Beatdown, jede Menge Beatdown! Gangshouts und Stakkato-Breakdowns dominieren das Album. Klar, zu solchen immer und immer gleichklingenden Ideenlosigkeiten kann man am besten Karate vor der Bühne tanzen. Doch im Kopf bleibt immer nur der eine, geschrammelte Akkord, der für solche Parts benötigt wird. Gähn, 38 Minuten musikalische Langeweile, die extreme Partymusik sein will, aber einfach nur druck- und kraftloser Krach ist. Da helfen die spacigen Keyboards nichts, und auch nicht, dass jeder aus der Truppe mal ins Mikro brüllen darf. Die unpassenden Blastbeats und nervigen dissonanten Riffs sind da sogar noch abträglich.

Für den Warm-Up vor dem Capoeira könnte „Slander“ vielleicht was taugen. Doch nicht für den gestanden Metaller, der es wirklich hart und extrem braucht. Der nimmt zum Party machen dann auch eher Tankard, Municipal Waste und Blood Duster. Und definitiv nicht DR. ACULA.

[rating:1]

Infos:
Victory Records – 15.02.2011
CD – 13 Lieder / 38:11 Min.

Einer der besseren Songs auf „Slander„: