28./29.01.2011 – Battles In The Norf

Infos:
28. und 29.01.2011 im Haus Derikum, Neuss Norf
Damage: 5 Euro / Tag
Einlass: jeweils um 19h

Bands Tag 1: Skum, Battlesword, Ichor, Warfield Within, Final Depravity
Bands Tag 2: Debt Of Nature, Mortal Form, Scarred, Mor Dagor, Severe Torture

Für mich wurde das metallische Konzert-Jahr 2011 mit dem „Battles In The Norf“ am 28. und 29. Januar eingeleitet, das dank der fleißigen Organisatoren von RAVAGE mittlerweile eine kleine Institution im Industriegebiet von Neuss geworden ist. Und dass die Jungs nicht nur bei der eigenen Musik Geschmack haben, zeigte auch auch das Billing dieses Jahr!

Freitag hatten die Kölner SKUM den undankbaren Job des Openers und eröffneten das Wochenende um mehr oder minder halb Acht. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich die Truppe vor Aeonen schon mal in ihrer Heimatstadt selber gesehen. Doch leider blieb mir bis auf den Namen davon kaum was im Kopf. Und wenn ich ehrlich bin: Von diesem Auftritt wird mir wohl auch wenig in Erinnerung bleiben. Zwar hatten die Jungs ordentlich Groove auf der Pfanne, aber richtig umgehauen hatte mich die Death/Thrash Mischung nicht. Zum Kopfnicken war die Darbietung aber mehr als ausreichend, ebenso die dicke Doublebass und teilweise heftigen Gravity-Blasts hinter der Schießbude, die aber leider im Gesamtsound nicht durchgekamen. Schade!
Für wenig Geld hatten SKUM natürlich auch ihr aktuelles Demo „Promo 2010“ dabei, das der interessierte Underdog aber auch auf der Bandwebseite für Lau ziehen kann http://www.skum.de/ (;
Check it out and support the underground!
http://www.myspace.com/skumofcologne

Mit den nachfolgenden BATTLESWORD habe ich ein eher gespaltenes Verhältnis. Zum einen fand ich die Truppe schon bei meinem ersten Live-Kontakt anno Tobac relativ langweilig, weil ich auch mit der maßgeblich beeinflussenden Band Amon Amarth recht wenig anfangen kann. Zum anderen singt dort der Axel, der auch seinerzeit bei den aachener Death/Thrashern SOLICITUDE seine Stimmbänder bis aufs Äußerste strappaziert hat – und mir damit immer recht gut gefiel. Und auch dieses Mal hat Alex‘ knarziges Organ nicht enttäuscht! Verdammt, für solche Vocals wären Devourment oder Brodequin gestorben, und der Kerl macht die mal eben so aus der Hüfte heraus! Respekt.
Musikalisch waren BATTLESWORD aber leider wiedermal nicht meine Baustelle. Der Auftritt war solide und vor der Bühne gab es einige Headbanger. Doch irgendwie gibt mir diese Variante des Death Metals nichts, da änderte auch das Unleashed-Cover wenig dran.
http://www.myspace.com/battleswordofficial

Geheimtipp an diesem Abend waren definitiv ICHOR, die bereits im Vorfeld einiges an Vorschusslorbeeren für ihre Bühnenperformance, wie auch ihr letztes Album „Benthic Horizont“ ergattern konnten. Und in die Reihe der Lobsänger kann ich mich nur einreihen. Das Album ist wirklich der Knaller und auch beim letzten Gig in der Region (in Alsdorf am 15.01.) konnte die Band spieltechnisch sehr überzeugen. In Neuss sollte sich auch nichts daran ändern, ICHOR sind einfach verdammt souverän und haben unglaublich gutes Songmaterial im Gepäck! Sei es nun „More Victims„, was von ihrer ersten Split-CD stammt, oder „The Gorgon“ vom aktuellen Langeisen, so muss modernen Death Metal mit traditionsbewusstsein und zeitgemäßen Elementen klingen! Dicke Show, die dieses Mal auch einen ordentlichen Sound hatte! Ich bin mir sicher, von ICHOR wird man in naher Zukunft noch einiges hören!
http://www.myspace.com/ichormetal

Heimlicher Headliner des Abends waren aber WARFIELD WITHIN! Die Party, die hier ging, war schon einem großen Act gerecht und zeigte, dass die mönchengladbacher Truppe auf dem aufsteigenden Ast sind! Dank der aktuellen Platte „Inner Bomb Exploding“ haben die Rocker um Sänger Sebastian aber auch allen Grund ordentlich abzugehen! Mit der Geschwindigkeit im Anschlag bretterten „Warfield Within„, „New Blood“ oder „Scapegoat“ dem extatischen Publikum nur so entgegen, dass ein kräftiges Moshpit unvermeindlich war!
Eigentlich bleibt nicht mehr zu sagen, als dass WARFIELD WITHIN richtig abgeräumt haben!
http://www.myspace.com/warfieldwithin

Als eigentlicher Headliner des Abends waren THE VERY END geplant, die aber durch FINAL DEPRAVITY ersetzt werden mussten. Nun, ich muss gestehen: Sowohl die Heavy Rocker von THE VERY END, wie auch die Thrasher von FINAL DEPRAVITY geben mir absolut nichts! Darum machten wir uns auch nach WARFIELD WITHIN wieder richtung Heimat auf den Weg, damit wir am nächsten Tag auch frisch und ausgeschlafen dem „Battles In The Norf“ fröhnen konnten!


Tag 2 des „Battles In The Norf“, bereits beim letzten Auftritt überzeugten mich DEBT OF NATURE so sehr, dass ich mir die aktuelle CD „Crush, Kill And Burn“ direkt im Anschluss kaufen musste. Doch dieses Mal hatte die Death/Thrash/Grind-Truppe aus dem Ruhrgebiet für mich einen entscheidenden Nachteil: Meinen leeren Magen! Somit bekam ich nur den dritten (?) Song und die nachfolgenden Nummern nach „Insalata Tarantula“ am Ende mit. Dennoch kann ich sagen, dass sich die Band ganze Mühe gegeben hat, und genau so souverän war, wie auf den letzten Gig in Neuss. Töfte, hoffentlich kann ich die Band demnächst noch mal in Gänze sehen!
http://www.myspace.com/debtofnaturemetal

Thrash Metal ist zwar weniger meins, aber MORTAL FORM lieferten einen richtig guten Job ab! Vor der Bühne flippten einige Leute sogar richtig aus und sorgten für oldschool Headbang-Madness! Da war sogar Sänger Ralf, der sonst bei WITCHTOWER rumbrüllt richtig begeistert! Einzelne Songs oder Höhepunkte kann ich zwar gerade nicht aus meinem alkoholgelöcherten Hirn rekonstruieren, aber ich weiß genau: Auf dem „Mosh It Up“ am 02.04.2011 in Aachen werde ich mir MORTAL FORM noch mal genauer anschauen!
http://www.myspace.com/whendeathmeetsthrash

Soll ich ehrlich sein? Einer der Hauptgründe für mich, das „Battles In The Norf“ zu besuchen, war sicherlich der geplante Auftritt von INGURGITATING OBLIVION. Doch leider mussten die düster Death Metaller krankheitsbedingt absagen. So gab es als Ersatz SCARRED aus Luxemburg, die mir zuvor auch schon auf dem „Metallize“ in Aachen unter meine Ohren kamen. Technisch ist die Truppe sicher verdammt fit! Breaks, Skalen und sonstige Fingerbrecher schüttelten die einfach so aus den siebensaitigen Gitarren und dem sechssaitigem Bass. Doch waren mir ein paar zu viele trendy Breakdowns in der Musik. Hinter der Technik ging ein Bisschen das Feeling verloren. Schlecht waren SCARRED bei Leibe nicht! Aber richtig gut leider auch nicht.
http://www.myspace.com/scarredluxembourg

Von MOR DAGOR hat mir schon ein Kumpel einiges vorgeschwärmt. Leider litt das tief angeschwärzte Death Geböller und einem ziemlich undifferenzierten Sound. Ich glaube, das war der schlechteste Sound auf dem Festival, der eigentlich für eine solche Veranstaltung erstaunlich gut war! Druck hatten MOR DAGOR dadurch sicherlich. Aber sind gerade die wichtigen Details so sehr abgetötet worden, wie die Keime in eim Kreissaal! Schade, denn eigentlich hat mir die Darbietung sehr gut gefallen und mich stellenweise an angeschwärzte Immolation auf Vollgas erinnert. Doch auf Grund des gleichmachenden Sounds ist mir viel zu wenig im Gedächtnis geblieben. Ein Grund mehr, die Band mal auf Konserve, bzw. Myspace anzutesten! Schade, dass ich nicht mehr über den Auftritt schreiben kann…
http://www.myspace.com/mordagor

Der Headliner des „Battles In The Norf“ war sehr sorgfältig gewählt worden und sollte definitiv nicht enttäuschen! Das letzte Mal habe ich SEVERE TORTURE im Vorprogramm von Cannibal Corpse gesehen (das war 2002, wenn ich mich recht erinnere), und seither hat sich die Band unglaublich entwickelt! Zum einen wurde der Stil vom stumpfen Brutal Death Metal weg zu einem mehr traditionellen Sound entwickelt. Und darüber hinaus haben SEVERE TORTURE eine schier unglaubliche Livepräsenz entwickelt! Wer sind bitte Sinister? Thanatos? Nie was von gehört! SEVERE TORTUTE sind DIE Death Metal Band aus den Niederlanden! Jeder Ton war authentischer Todesstahl und ging direkt in das Publikum über, die bereitwillig in die Zerstörungsorgie einstiegen und ordentlich die Sau rausließen. Mit einer breit gefächerten Palette von „Feces For Jesus“ von der ersten Scheibe bis hin zu „Slaughtered“ von der aktuellen Full-Length „Slaughtered“ gab es für alte wie neue Fans auf die Ohren und hat deutlich die Position im Line-Up bestätigt: SEVERE TORTURE ist das Flagschiff des Death Metals aus den Niederlanden!
http://www.myspace.com/severetorture

Zwei Tage Rock’n Roll, was will man mehr? Auch wenn nicht jede Band zu 100% meinem kruden Geschmack entsprach, habe ich dennoch vollends meinen Spaß gehabt! Danke an die Jungs von RAVAGE für diese gelungene Wochenende! Gerne alsbald wieder! Wem meine Bierzerfressenen Erinnerungen zu wenig sind, vor Ort war auch die Sarah von The-Pit.de, wo sicherlich auch die Tage der Bericht mit einigen Bildern erscheinen wird. Prost!