Sideblast – Cocoon

 , , ,

Wider dem Mainstream! Wo viele andere Bands sich stilistisch aktuell eher dem skandinavischen Sound der späten 80er/frühen 90er zugetan fühlen, erfrischen SIDEBLAST schon fast mit ihrer eigenständigen Interpretation des extremen Metals. Dabei könnte man böswillig sagen, die Franzosen seien einfach eine weitere Death Metal Kapelle mit Keyboards. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn eigentlich vermengen sich auf „Cocoon“ moderner Death Metal mit (Neo-)Thrash und leichtem Black Metal Einschlag, der aber wirklich sehr homöopathisch eingesetzt wird.
Durch einige sehr abgedrehte Ideen an Gitarren und vor allen Dingen den Tasten bekommen SIDEBLAST dann auch noch eine sehr eigene Note. Besonders das Gefiepsche und die cartoonhaften Fills aus „Discordant Symphony“ sind mir an dieser Stelle gut in Erinnerung geblieben, wie auch die absolut kranken Beetlejuice-Melodien in „Insomnia“ oder dem Titeltrack. Verdammt, diese abgedrehte Scheiße hätten die Jungs weiter zum Trademark ausbauen sollen!
So verliert „Cocoon“ aber leider in der Mitte und am Ende etwas Spannung, wenn SIDEBLAST zu sehr mit einem abgefahrenen Profil um die Kurve schlittern. Wie fast alle Keyboard Death Metal Bands kommt dann die Stakkato-Keule und die Riffs werden immer eindimensionaler, verkommen hinter den Tasten zum reinen Rhythmusinstrument. Darum ist mir „Signs“ instrumental zum Beispiel zu platt, gänzlich davon abgesehen, dass in dem Teil nichts passiert. Und von dem gleichen Symptom sind leider noch weitere Lieder betroffen, die „Cocoon“ einen etwas faden Beigeschmack verleihen.

Wie gesagt, die guten eigenen Ideen sind vorhanden! Hätte man „Cocoon“ darauf reduziert, hätte man mit dem Titelsong, „Barbarians„, „Insomina“ und dem griffigen „Ashes“ sicherlich ein starkes Album am Start gehabt. Doch auch so positionieren sich SIDEBLAST mit einem guten Zweitwerk in den oberen Reihen des Keyboard Todesbleis!

[rating:4]

Infos:
Cyclone Empire – 28.01.2011
CD – 11 Lieder / 49:20 Min.