Setge – Cecs De Rabia… Cecs De Dolor

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Der Werdegang einer Band ist ein Weg der Entwicklung. In der Regel fängt alles recht holprig an, bis alle zusammenspielenden Musiker sich aufeinander eingestellt haben, einen gewissen Vibe teilen und sich eigenständige Songs entwickeln. Vor gar nicht all zu langer Zeit war auf diesem Weg der Entwicklung das beliebte Demo-Tape noch eine sehr schöne Zwischenstation, wo eine Junge Band ihren aktuellen Status, meist noch sehr roh und mitten im Evolutionsprozess, der Öffentlichkeit präsentieren konnte. Heute ist es ein wenig anders, eine Band braucht immer noch Zeit um sich zu entwickeln, nur gibt es mittlerweile kaum noch Demos. Oft wird als erstes Lebenszeichen direkt ein volles Album präsentiert, das dann unter den typischen Kinderkrankheiten der noch im Entwicklungsstadium befindlichen Band leidet.

Ein „schönes“, wenn auch nicht unbedingt prototypisches Beispiel liefern SETGE mit ihrem Debüt „Cecs De Rabia… Cecs De Dolor“ ab. Eigentlich hätte die spanische Band seit ihrer Gründung 2006 genügend Zeit gehabt, um den eigenen musikalischen Stil etwas auszubauen. Doch so zeugt das Debüt von groben Patzern im Songwriting. Es fehlen schlicht größtenteils die prägnanten Momente und guten Ideen. Und wenn man dann mal im durchwachsenen Black/Death Metal Gemisch etwas schön griffiges gebastelt hat, muss man es zu Tode nudeln. Spielzeiten von mindestens viereinhalb bis knapp sieben Minuten wollen schon gekonnt sein. Da fallen manch sinnlose Wendungen und Zwischenparts besonders schmerzlich auf. Und auch, dass ein Großteil der Soli einfach durchschnittlich bis langweilig sind.

Doch mit dem Hintergrund, dass SETGE sich hier gerade mal die Hörner abstoßen, kann man eine gewisse Toleranz für „Cecs De Rabia… Cecs De Dolor“ haben. Das schützt sicher nicht vor deutlicher Kritik an den Soli, den überlangen und künstlich konstruierten Songstrukturen und den mangelnden Ideen. Dennoch kann man einer jungen Band beim Debütalbum solche Fehler locker eingestehen. Was mich an dieser Stelle aber etwas stutzig macht: Dass Xtreem Music das 2009 veröffentlichte Album noch mal erneut auflegen musste! Das kann man eigentlich bei dem Qualitätslabel nicht als Anfängerfehler durchgehen lassen, Mister Rotten hätte es ein wenig besser wissen müssen.

Keine Wertung bei einem Re-Release

Infos:
Xtreem Music – 12/2010
CD – 8 Lieder / 40:39 Min.