Ghostrider – The Return Of The Ghost

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Verdammt, da ist mir wohl wieder der Flux Kompensator durchgebrannt und ich bin heute Morgen im Jahre 1985 aufgewacht? Diese Option, oder dass mein letztes Bier gestern Abend doch schlecht war, legt zumindest „The Return Of The Ghost“ nahe. Doch wenn ich mal genauer hinhöre, dann fällt es mir auf: Es war keine Zeitreise, sondern es ist angestaubte Einfallslosigkeit! Das ist das umschreibende Attribut, was mir GHOSTRIDER förmlich in den Mund legen. Ursprünglich 1984 gegründet, hat die Band sich ein Jahr später umbenannt und dürfte dem ein oder anderen unter dem Namen NECRODEATH bekannt sein. Nun ist Drummer Mark Pesso auf die grandiose Idee gekommen, das einst genutzte Trademark GHOSTRIDER zu reanimieren – mit ihm als einzigen Originalmitglied. Dafür ist die Musik aber so altbacken, als ob es keine Unterbrechung für die Band gegeben hätte.

Sollte es im frühen Demo-Stadium von GHOSTRIDER schon Fans gegeben haben, ist es diesen gegenüber schon eine Farce, in dieser neuen Konstellation auf alten Lohrbeeren weiter zu machen und zeugt nicht unbedingt von Einfallsreichtum. Doch mit dem Opener „The Exorcist“ geht dann die eigene Ideenlosigkeit richtig dreist weiter, wenn mit „Tubular Bells“ von Mike Oldfield der eigentliche Song eingeleitet wird. Und auch in der folgenden dreiviertel Stunde bekleckern sich die Italiener nicht sonderlich mit Kreativität. Ich bin zwar der Meinung, besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht. Was GHOSTRIDER hier aber abliefern, entbehrt sich jedwedem Feuer oder auch nur kurzfristigem Unterhaltungswert, der die Veröffentlichung von „The Return Of The Ghost“ auch nur ansatzweise rechtfertigen könnte.
Klingt vielleicht nun als Kritik vernichtend, zumal handwerklich sicherlich brauchbar gearbeitet wird und sich das Gesamtbild eigentlich auf durchschnittlichem Niveau bewegt. Doch braucht heutzutage keine Socke lieblose Retro-Anleihen an den Heavy Metal der 80er, altbackenen Thrash Metal und einer leicht angeschwärzten Attitüde, wo doch jede Woche dutzende (oldschool) Heavy-Platten veröffentlicht werden.

Als Debütalbum nach den ersten Demos Mitte der Achtziger hätte „The Return Of The Ghost“ vielleicht funktioniert. Aber auch nur vielleicht, weil es auch dort schon viele bessere Bands mit wesentlich mehr Feuer im Hintern und nachhaltigem Songmaterial gab. Heute kann man damit nicht mal mehr den Schornsteinfeger hinterm Ofenrohr hervorlocken.

[rating:2.5]

Infos:
F.O.A.D. Records – 20.01.2011
CD – 11 Lieder / 44:17 Min.