Element – The Energy

 , , ,

Fast hätte ich gedacht, ich hätte den Missing Link gefunden, das kleine Bindeglied, was zwischen Decrepit Births „… And Time Begins“ und „Diminishing Between Worlds“ hätte stehen können! ELEMENTS aus den USA klingen stilistisch der Truppe von Matt Sotelo sehr ähnlich. Brutaler Death Metal trifft auf griffige Melodien, stark beeinflusst von Death, ein wenig von Cynic, weniger von Atheist und an manchen Stellen mit viel Liebe vielleicht sogar von Alchemist, alleine von der spacigen Atmosphäre.
Doch hätte ich „The Energy“ eben nur fast für die Verbindung zwischen stumpfen Brutal Death Metal und dem wunderbar symbiotischen Meisterwerk zwischen druckvoller Brutalität und eingängiger Melodie vermuten. Denn ELEMENT kommen mit ihrem zweiten Langspieler leider nicht mal annähernd in die Klasse von Decrepit Birth. Dafür sind die brutalen Stellen fast schon wieder zu zahm und zu rar gesäht und die Melodien an manchen Spitzen ein Wenig zu süß.
Alleine der starke NWOBHM-Einfluss mit reitenden Gitarren und etwas übertriebenen Melodien in „A Gesture From November“ ist mir viel zu melodisch. Gleiches gilt eigentlich auch für „Everchanging“ oder „Centipede„, die beide im Songverlauf etwas die Härte vermissen lassen. Und wenn man ehrlich ist, für eine technische, progressive Band sind manche Wechsel zwischen den Songteilen auch noch etwas grobschrittig.
Dennoch will ich ELEMENT beileibe keine Qualitäten absprechen! An ihren Instrumenten sind die Musiker – oder vielmehr Mastermind Mason Gregory richtig fit. Und auch beim Songwriting besteht gehöriges Potential, der Titeltrack oder alleine das abschließende „Dreaming Forever“ sind richtige kleine Perlen. Und auch in „Into The Everdark“ lauert eine super Grundidee.
Doch ist es halt so, dass ELEMENT noch ein bisschen den Spagat zwischen Brutalität und Melodik üben müssen, bis sie in einer Liga mit genannten Decrepit Birth oder gar Obscura mitspielen können. Dennoch sollte man als Fan dieser neuen Interpretation des Brutal Death Metal sicherlich ein Auge auf die Entwicklung der Band halten. Vielleicht kommt auch hier noch so eine Überraschung wie „Diminishing Between Worlds„?

[rating:3.5]

Infos:
Brutal Bands – 26.11.2010
CD – 9 Lieder / 40:39 Min.