Desultory – Counting Our Scars

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Kleine Geschichtsstunde ganz kurz gehalten: DESULTORY wurden eigentlich 1989 gegründet, haben sich 1996 nach drei Alben aufgelöst und sollten eigentlich durch „Into Eternioty“ oder „Bitterness“ dem Elchtod-Fanatic ein Begriff sein. Und nun, wo der Retro-Sound gerade wieder sein Hoch erreicht, meldet sich die Band mit einem neuen Album in bester Evocation-Manier zurück.

Doch rein kommerzielle Interessen an diesem Comeback will ich DESULTORY nun nicht vorwerfen! Dafür hat das Quartett noch zu viel Feuer im Hintern, und haut doch eine gute Hand voll richtig dicker melodischer oldschool Death Metal Knaller raus. Die Trademarks der Band könnten dabei aber gleichzeitig als größtes Manko von „Counting Our Scars“ verstanden werden. So funktionieren ein Großteil der Lieder nach einem ziemlich ähnlichen Schema, so dass trotz der etwas straighteren Nummer „Uneven Numbers“ oder dem sehr melodischen, „Schunkel-Song“ „The Moment Is Gone“ doch gegen Ende ein wenig Monotonie auftaucht. „Ready To Bleed“ oder „Dead Ends“ ziehen sich an sich etwas. Über diese kleine Schwäche kann man aber getrost wegsehen, denn dafür sind die restlichen Songs um so fetziger und eingängiger. „In A Cage“ oder der Titeltrack bleiben sofort im Ohr hängen, „Uneven Number“ fördert den Bewegungsdrang und auch die schwere und leicht melancholische Atmosphäre von „The Moment Is Gone“ weiss den Hörer zu packen.

Dennoch muss ich zugeben: Anfangs habe ich „Counting Our Scars“ richtig gut eingeschätzt und ihm fast schon Potential zu einer der Scheiben für das noch junge Jahr zu gesprochen. Nach einigen Durchläufen hat sich meine Meinung dann ein wenig relativiert, da sich mit der Zeit die kleinen Schwachpunkte wie punktuelle Längen und ein wenig Eintönigkeit doch klar rausgestellt haben.
Es ist aber immer noch ein gutes Album mit sehr guten Songs und sollte auch auf jeden Fall auf den Einkaufszettel des Fans von melodischem Schwedentod. Nur geht da noch etwas mehr, wenn DESULTORY nun am Ball bleiben und nicht mit abebben des Trends wieder verschwinden.

[rating:4.5]

Infos:
Pulverised Records – 17.01.2011
CD – 9 Lieder / 41:42 Min.