Crucifyre – Infernal Earthly Divine

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Die aktuelle oldschool Death Metal Welle ist nicht der denkbar schlechteste Trend. Besonders dann nicht, wenn sich ein paar gestandene schwedische Musiker dieser Spielweise hingeben. So wird CRUCIFYRE alleine schon dadurch interessant, dass dort Mitglieder von Morbid, Nasum/Regurgitate/Crematory (SWE), und General Surgery spielen. Man muss aber gar nicht in Name-Dropping verfallen, denn das Debütalbum „Infernal Earthly Divine“ kann für sich selber sprechen.

Doch vor allem ist der Einstand bei Pulverised Records eines: Unverschämt! Dreist klaut CRUCIFYRE bei Venom, Possessed, Death, Slayer und sogar ein bisschen Black Sabbath. Und dabei ist „Infernal Earthly Divine“ aber auch noch unverschämt gut! Da drückt man gerne auch schon mal ein Auge zu, dass „Thessalonian Death Cult“ zunächst wie eine räuberische Kopie von „South Of Heaven“ klingt. Denn auch wenn die Bausteine allesamt rotzefrech zusammengemopst wurden, wurden sie gleichsam rotzig gut zusammengewürfel. Sei es nun geradlinig und fast schon punkig wie in „With Hammer„, dann eher mit 70th-Vibe wie in „… Of Hell“ oder so vielschichtig wie in „Hellish Sacrfice„, das neben klarem, okkulten Frauengesang noch ein paar andere kleine Überraschungen gut hat, aber wunderschön den Bogen zu einem kleinen Gesamtkunstwerk schafft.
Originalitätspreise werden CRUCIFYRE mitnichten sammeln. Dafür aber für Authentizität! So trocken und ehrlich, wie hier der alten, blasphemischen Schule in Ton und Klischee gefröhnt wird, macht es einfach nur Spaß. Selbst wenn der Anfang der zweiten Hälfte des Albums etwas schwächer ist, tummeln sich doch gerade zu beginn so viele geile und vor allen Dingen schnell mitgröhlbare Granaten, die den Kauf alleine rechtfertigen!
Hoffen wir mal, dass CRUCIFYRE nicht nur eine Eintagsfliege im Retro-Trend sind. Solange passt „Infernal Earthy Divine“ auf jeden Fall super zwischen Bastard Priests, Caliber 666 und Cardiac Arrest.

[rating:4]

Infos:
Pulverised Records – 25.10.2010
CD – 9 Lieder / 41:38 Min.