Brutally Deceased – Dead Lovers‘ Guide

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Verdammt und zugenäht, ist das etwa die neue Fleshcrawl? Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich das glatt behaupten, nachdem ich „Lustful Sodomy In The House Of God“ gehört habe! Doch nein! Es ist das Debütalbum von BRUTALLY DECEASED aus der Tschechischen Republik. Den geographischen Ursprung hätte man „Dead Lovers‘ Guide“ aber niemals, aber wirklich niemals angehört! Der Sound klingt angenehm dreckig und dennoch sehr druckvoll, ein wenig halt nach Sunlight, oder zumindest der ordentlichen Heavy Metal 2 Fusstrete von Boss. Und wie gesagt, musikalisch hört man sich schon sehr stark wie die schwedischste Death Metal Band aus Deutschland an, dann sicherlich an ein paar Stellen auch deutlich wie Dismember (die auch mit „Override The Overture“ gecovert wurden) und an wenigen Ecken auch wie Grave, die wohl namensgebend für BRUTALLY DECEASED waren. Nur haben die Tschechen auch eigene Einflüsse, wenn auch sehr dezente, die ihnen trotz deutlichen Rip-Offs eine eigene Identität in der Retro-Welle verpassen! Zum einen sind ausnahmslos ALLE Gitarrensoli sowas von rattenscharf, dass man als Metaller einfach nur auf die Knie gehen muss! Repräsentativ sei das geniale Solo aus „Blissful Desecration“ genannt, das sowohl Rock’n Roll-Attitüde, wie auch technisches Können einfach aus der Hüfte heraus abfeuert. Hammer! Gleiches gilt auch für „And Here I Die Forsaken“ oder „Demise Of The Humane Swine„. So sollten Soli klingen! Punkt! Aus! Ende!
Und ein weiteres Element, was BRUTALLY DECEASED sicherlich deutlich von vielen anderen Retro-Bands abhebt: Das Drumming! An dieser Stelle kann man das Namedropping aus der Schublade zerren und erwähnen, dass Štefy auch bei Jig-Ai die Stöcke schwingt. Entsprechend ist das Tempo bei einigen Songs wie genanntem „And Here I Die Forsaken“ schon fast Grind-ähnlich! Und nicht nur hintern den Kesseln sitzt kein Unbedarfter, Gitarre und Bass wird auch von (ehemaligen) Mitgliedern von Ahumado Granujo, Jig-Ai, Destructive Explosion Of Anal Garland, Negligent Collateral Collapse (alles Grindcore-Bands) und Heaving Earth (Morbid Angel-artige Band, die hier auch schon für Aufsehen gesorgt hat) gewerkelt.
Bei der geballten Erfahrung in extremer Musik ist es eigentlich kaum verwunderlich, dass „Dead Lovers‘ Guide“ voller Hits ist und somit BRUTALLY DECEASED neben Entrails zu den wohl heißesten Retro Death Metal Kapellen heute katapultiert! Fuck Yeah, Fans von Dismember, Fleshcrawl, Entrails, Fatalist oder vielleicht auch Grave müssen hier definitiv zuschlagen! Ich für meinen Teil zerschlage nun zu „Lustful Sodomy…„, „Dead Lovers‘ Guide„, „They Shall Feast“ und „A Life Once Aborted“ meine Wohnungseinrichtung. ARGH!!

[rating:5.5]

Infos:
Lavadome Productions – September 2010
CD – 9 Lieder / 33:10 Min.