Amagortis – Intrinsic Indecency

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Ein Spiel mit offenen Karten: Gleich vom ersten Moment an, wo der Hörer das Cover von „Intrinsic Indecency“ sieht, weiß er, dass AMAGORTIS Brutal Death Metal der derben Sorte zocken!

Doch so ganz wird das Cover der Musik nicht gerecht, so billig und trashig sind die Schweizer doch nicht. Dafür aber genau so klischeetropfend, wie ihr Artwork. Der Devourment-Slam darf genau so wenig fehlen, wie die modifizierten Suffocation-Einflüsse der Marke Disgorge (US). Tiefe, gutturale Growls, Frognoises, ein paar Breakdowns und natürlich auch ein Gravity-Blast. Das Pflichtenheft wird brav abgearbeitet, inklusive frauenverachtender oder perverser Intros, mit denen die Lieder aber dennoch nur knapp an der drei Minuten Grenze züngeln.

Leider wird auf „Intrinsic Indecency“ wirklich nur die Checkliste abgearbeitet. Standard, aber ordentlich inszeniert und an manchen Stellen sogar richtig gut. Deutliche Stärke haben die Jungs, wenn sie etwas mit den Rhythmen spielen und ein wenig nach der letzten Gorezone klingen, wie im Titeltrack oder „Anal Apoptosis„. Auch die Porngrind-Nummer mit Hühnergegacker, „2 S.C.H.„, fetzt ordentlich!
Doch größtenteils spielen AMAGORTIS eben doch nur durchschnittlichen Brutal Death Metal. Gerade in der zweiten Albumhälfte, wenn die Songs allesamt etwas zackiger sind, verliert sich „Intrinsic Indecency“ trotz netter Ideen in der Belanglosigkeit unter allen ähnlichgearteten Bands des Genres.

Die-Hard Fans des Brutal Death Metal dürfte aber das Manko der Identitätslosigkeit egal sein. Denn auffe Zwölf gibt es von AMAGORTIS ohne Frage. Und zu den – wenngleich auch typischen – Slam-Grooves kann man ordentlich ein Circle-Pit eröffnen.
Nur für die Leute, die nicht schon zum morgendlichen Zähneputzen Disgorge (US), Devourment oder Cropment hören, stellt „Intrinsic Indecency“ sicherlich kein großer Verlust in der Plattensammlung dar.

[rating:3.5]

Infos:
Brutal Bands – 30.06.2010
CD – 12 Lieder / 30:22 Min.