Umbrtka – Ivo

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Wow, UMBRTKA sind wohl das ungewöhnlichste, was ich dieses Jahr, wenn nicht so gar überhaupt zu hören bekommen habe! Doch meine ich dies auch nur bedingt positiv, denn die Mischung, die auf „Ivo“ präsentiert wird, ist schon sehr avantgardistisch und gewöhnungsbedurftig.

Der Grundtenor ist schön dreckig, wie man es von tschechischen Bands kennt und vielleicht sogar liebt. Irgendwo in den gut 70 Minuten kristallisiert sich ein Fundament aus Black Metal heraus. Mal etwas traditioneller, mal melodischer und oft auch sicher nicht weit vom „Post-“ Attribut entfernt. Dann kommen viele Einflüssen aus der Folklore hinzu, die aber in den progressiven Aufbauten teilweise eher störend wirken und nicht immer als tanzbare Polka in Erscheinung treten. Ein bisschen klingt die Mischung hin und wieder nach !T.O.O.H.! oder Oblomov, wie in „Doudlevce“ oder „Umbrtka„. Doch meist sind diese Momente von kurzer Dauer, bis bei UMBRTKA wieder gänzlich der Wahnsinn die Oberhand bekommt.
So ist „Najezdnici“ einfach nur irre und mit dem Saxophon absolut verrückt. Das macht den Song aber beim ersten Hören auch richtig anstrengend! Gleiches gilt für das unglaublich verschachtelte und progressive „Rivo Ivo„, dass mit Ostblock-Polka und tausend anderen Ideen auf 14 Minuten spielzeit kommt. Im krassen Kontrast dazu steht dann das ruhigeavantgardistisch und schleppende „Popelar“ und das kitschige „Sedesatiny„, das von jeder x-beliebigen, finnischen Pop-Metal Truppe stammen könnte. Insgesamt ist „Ivo“ also sehr durchwachsen, zeigt dem Hörer nicht immer unbedingt den roten Faden hinter all den Ideen und Einflüssen und lässt in so manchem schwachen Moment auch jedwede Ablengung durch eine simple Sodom-Platte sehr attraktiv erscheinen.

Doch wenn man genauer hinschaut, haben sich ziemlich zentral auch ein paar richtige Perlen versteckt! „Tyden„, „Doudlevce“ oder „Srdce“ entschädigen fast all den Wahnsinn, den man um sie herum ertragen muss. Aber leider nur fast! Wenn man nicht unbedingt was mit Avantgarde und folkloristischem Post-Black Metal etwas anfangen kann, sollte man sich nicht der Anstrengung hingeben und in UMBRTKA einhören. Nur für Genre-Fans!

[rating:2]

Infos:
Werewolf Production – 2010
CD – 11 Lieder / 68:09 Min.