Postmortem – Seeds Of Devastation

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Wie Faust aufs Auge passt das Cover von „Seeds Of Devastation“ zur enthaltenen Musik! Auf dem mittlerweile fünften Album der alteingesessenen Death-Thrasher POSTMORTEM geht es zu, wie unter heftigem Artillerie-Feuer! Mächtig böllernde Doublebass wie von einem fahrenden Panzer, schnörkellose Riff-Salven und wütendes Gewürge erschaffen eine akustische Kriegsszeniere, die das ein oder andere Mal vom Groove und vielleicht sogar ein wenig vom Riffing her entfernt an Bolt Thrower erinnert.
Ja, besonders Groove kann auf „Seeds Of Devastation“ groß geschrieben werden. Fast jeder Song geht sofort ins Genick und zwingt den Hörer förmlich zum Kopfschütteln. Da kann man sich sicherlich auf ordentliche Action im Moshpit freuen! Besonders, da so eingängige Nummern wie „Dark New World„, „Deliverance“ oder das mitsingbare „Give Us Hate“ deutliches Hitpotential haben. Doch gänzlich wurde dieses Potential von POSTMORTEM leider nicht ausgeschöpft. Einige Lieder leiden daran, dass sie schlicht und einfach zu lang sind. Den Opener, „Dark New World“ oder „Drop Another Body“ hätte man wesentlich mehr auf den Punkt bringen können. „Chopped, Shredded And Grind To Meatballs“ und „So Cold“ verlieren sich sogar gänzlich in ihrer Länge und wirken mit den vielen Zwischenparts etwas unentschlossen! Schade, hier wird gutes Pulver verschossen, denn so leidet „Seeds Of Devastation“ gänzlich an der Länge, die durch das Interlude „Prelude To Devastation“ und das Instrumentale „Waranthem“ nur künstlich am Leben gehalten wird.
Auch kann man POSTMORTEM vorwerfen, dass ihre Lieder keine besondere Nachhaltigkeit haben. Nur ist dieser Kritikpunkt direkt wieder vergessen, wenn man sich das Album nochmal anhört, denn die Songs wirken einfach für den Moment und überzeugen durch kurzweiligen und mitreißenden Groove!
Wer den passenden Soundtrack für den heimischen Schützengraben im Nachbarschaftskrieg sucht, hat hier das richtige Geböller gefunden. Doch hat das martialische Material nach oben hin noch deutlich Luft und könnte beim nächsten mal ruhig was knackiger und kompakter serviert werden.

[rating:4]

Infos:
Waranthem Records – 12.11.2010
CD – 11 Lieder / 45:59 Min.