Grave Ritual – Euphoric Hymns From The Altar Of Death

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Die letzten 20 Jahre sind scheinbar komplett an GRAVE RITUAL vorbeigegangen. Bereits das Cover von „Euphoric Hymns From The Altar Of Death“ hat diesen schönen, ein Bisschen dilettantischen Zeichenstil der ausklingenden Achtziger. Und dann erschien dieses Debüt auch noch stilecht auf Vinyl über Dark Descent Records. Die CD-Version kommt wohl im Januar über Razorback Records raus wo GRAVE RITUAL auch sehr gut in das Programm passen.

Denn neben Veröffentlichungsformat und Artwork ist die Musik auch wie vor 20 Jahren: ungehobelter und schnörkelloser Death Metal mit dickem Schlag von Grave und gelegentlich sogar ein bisschen Autopsy. Gerade in den langsameren Parts entfaltet die junge Band aus Alabama immer wieder einen schönen, ranzigen Vibe, wie man ihn von Chris Reiferts Truppe kennt und liebt. Da liegt die besondere Stärke von GRAVE RITUAL, die gerade in der finstren Atmosphäre punkten können. Etwas schwächer sind da leider die schnelleren Momente auf ihrem Einstand ausgefallen, die stellenweise etwas stumpf sind. Doch gerade als Fan der morbiden alten Schule drückt man schon mal ein eitriges Auge zu, denn im Gesamtbild ist „Euphoric Hymns From The Altar Of Death“ ein geradliniges und authentisches Album geworden, das sich nicht dem Vorwurf der Trendanbiederung an den aktuellen Oldschool-Hype unterwerfen muss! Dafür sind Songs zu roh und die Ideen zu modrig, als dass man damit den großen Reibach machen könnte. Doch gerade dadurch sind so schleimig-fiese Nummern wie „Abysmal Rotting“ so sympathisch. Und ein paar richtige Hits sind auch vertreten: „Drenched In Madness„, „Grotesque Summoning„, „Invoke The Realm“ und „Morbid Aura Of Desolation“ – allesamt Anspieltipps und alleine von den Songnamen eine Freude für den Oldschool-Maniac!

GRAVE RITUAL ist sicherlich kein Meilenstein mit ihrem Debüt gelungen. Doch zeigen sie ordentlich Potential und bringen genug gute Songs mit, um immer noch kurzweilig-morbide Untermalung für die nächtliche Sauftour auf dem lokalen Friedhof.

[rating:4]

Infos:
Dark Descend – 15.12.2010 (LP)
Razorback Records – Januar 2011 (CD)
LP/CD – 10 Lieder / 37:09 Min.