Atheist – Jupiter

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In der Trendwelle von Oldschool Death Metal und Reunions kam sicherlich auch bei mancher Kapelle ein etwas schaler Beigeschmack mit zurück aus dem Grab. Doch so nicht bei ATHEIST! Seinerzeit war ich total aus dem Häuschen, als die Band eine Hand voll Comeback-Shows angekündigt haben – wobei ich den Auftritt auf dem Wacken 2006 leider Gottes doch nicht wahrnehmen konnte. Zwischenzeitlich war die Truppe aber wieder aktiver auf den Bühnen dieser Welt und konnte dort auch schon deutliche Achtungserfolge erzielen.
Nun, vier Jahre nach der offiziellen Rückkehr haben die Vorreiter des progressiven Death Metals dann endlich Album Nummer 4 eingehämmert – und dürften damit sämtliche Bedenken gegen ihre Wiederkehr aus dem Weg geräumt haben!

Jupiter“ ist voller Feuer, voller Groove, voller Eigenständigkeit von denen sich so manche neue wie alte Band locker eine und ein paar Scheiben mehr abschneiden darf! Eingängig wie Sau und vollgepackt mit kurzweiligen Hits haben ATHEIST sich selbst übertroffen und lassen auf keinen Fall eine Pause von gut 17 Jahren zwischen „Elements“ und ihrem aktuellen Machwerk vermuten. Man kann sogar mutmaßen, dass „Jupiter“ DAS Album des Jahres 2010 ist!
Jeder einzelne Song überzeugt sowohl in songdienlicher Technik, gezielt platzierten Breaks, dickem Groove und griffigen Riffs und Soli. Garniert mit sehr schönen und dezenten Fills und perkussiven Elementen, wie auch schon mal gelegentlichen funky Einschüssen oder mürbenden Dissonanzen hat jede Sekunde von „Jupiter“ was nachhaltiges und liebevoll gestaltetes. Die breite Gefühlsspanne von geradlinig wütend wie in „Faudulent Cloth„, mürbend-pessimistisch wie in „When The Beast“ oder gar hoffnungsvoll und vorausschauend wie im fast schon melodischen „Third Person“ wird hier so authentisch in Töne gepackt, dass sie direkt in Mark und Bein übergehen.

Ich kann nun viel erzählen, über jedes Lied der Scheibe ein Loblied anstimmen. Doch spottet „Jupiter“ jedweder Beschreibung. Man muss es einfach fühlen, erleben. Und das am besten schleunigst, wenn man die Scheibe nicht eh schon daheim hat. ATHEIST zählen nicht zum alten Eisen und erst recht nicht zu den unnötigen Reunions, die diese Welt leider zu Hauf hat. Mit ihrem aktuellen Album haben sie wieder mal ein kleines, einmaliges Stück Musikgeschichte geschrieben. Ich verneige mich!

[rating:5.5]

Infos:
Seasons Of Mist – 2010
CD – 8 Lieder / 32:33 Min.