Abominant – Where Demons Dwell

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Eigentlich müssten ABOMINANT eine bekannte Konstante im Death Metal sein! In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen sie seit 2000 alle zwei Jahre ein neues Album und haben davor auch drei Silberlinge in vier Jahren unters Volk gebracht. Summa summarum ist „Where Demons Dwell“ das bereits das neunte Album in 16 Jahren Bandgeschichte. Dennoch blieb dem Quartett aus Kentucky der große Durchbruch verwährt. Eine riesengroße Schande! Denn „Where Demons Dwell“ ist ein authentisches Stück Metal-Musik in traditioneller Machart! Ich sage bewusst nicht „oldschool“, denn den auch wenn ABOMINANT sicherlich einige Einflüsse aus den frühen 90ern haben, fahren sie mitnichten den aktuell angesagten, heißen Stiefel. Vielmehr machen sie ihr eigenes Ding, größtenteils beeinflusst sicherlich aus dem alten Skandinavien, aber auch mit deutlichen Morbid Angel-Schlag. Sowohl in den göttlichen Soli, wie sie der Heavy Metal einfach verdient hat, wie auch im ein oder anderen Riff klingen „Baptized By Steel„, „Firestorm“ oder auch der Titeltrack ein wenig wie „Altars Of Madness„. Dennoch sind ABOMINANT keine plumpe Kopie, denn einen ordentlichen Batzen Schwarzmetall bringen sie auch noch in die Songs, die dadurch sowohl frostige Melodien, wie auch sägende Kälte erhalten. Zugegeben, so vielschichtige die Einflüsse von ABOMINANT auch sind, so sehr gehen sie aber auch nach dem Schema F mit ihren Songs vor. Es beginnt eigentlich immer mit dem fiesen Black Metal Riff, dann kommt der Todesstahl und dann der unterschiedlich geartetet Part im etwas gemäßigterem Tempo. Doch scheiß egal, die Truppe verkauft sich einfach nur liebenswert authentisch. Hier wird nicht nach Trends geschaut, sondern die Musik runtergerotzt, auf die man gerade Bock hat!
Und da gehen die auffalenden Ausnahmen auf „Where Demons Dwell“ auch schon mal in unterschiedliche Richtungen. „Rain Of Ash“ zeigt sich fast gänzlich dem teutonischen Thrash Metal zugetan, „The Wolves Of Hate“ ist ein unterkühlter Black Metal Song für die Postapokalypse und hat leichte Einsprengsel von Immolation/Gorguts, „Blackened Earth“ ist erstaunlich melodisch und „Bloodland“ so punkig, dass er gar an My Cold Embrace erinnert.
ABOMINANT scheißen auf klare Genreschubladen und rotzen einfach nur ihren Stiefel runter. Einen Meilenstein haben sie mit „Where Demons Dwell“ sicher nicht erschaffen. Doch ein kurzweiliges und ehrliches Album, dass sehr gut in jede Heavy Metal Sammlung passt!

[rating:4.5]

Infos:
Deathgasm Records – 19.10.2010
CD – 8 Lieder / 38:52 Min.