Weapon – From the Devil’s Tomb

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Nun, so recht weiß ich gerade nicht, was ich von WEAPON und deren zweiten Album „From The Devil’s Tomb“ halten soll. Ich mag es, wenn eine Band das alte, böse Feeling von alten Slayer drauf hat. Ich mag es, wenn eine Band so schön schleimig und morbide ist, wie es Morbid Angel zur „Blessed Are The Sick“ waren. Ich mag es, wenn eine Band schon mal Einflüsse aus anderen Kulturen einbringt, wie es Nile tun. Und ich LIEBE es, wenn eine band absolut infernalische Atmosphäre erzeugt, wie es Immolation locker aus der Hüfte schaffen.

Und von allen genannten Bands hat WEAPON auch besagte Eigenschaften adaptiert. Richtig schön und authentisch wird auf „From The Devil’s Tomb“ der alten Schule gefröhnt – leider aber ohne dabei an die jeweilige Intensität der Originale zu kommen. Am dichtesten ist man noch an Immolation mit der Atmosphäre dran. Doch irgendwie sind die Songs von WEAPON nie richtig tiefgreifend – und das trotz überlangen Konstrukten!
Eher hat man das Gefühl, dass man am Liedende nicht mehr so richtig beisammen bekommt, wie alles eigentlich angefangen hat. Eigentlich verwunderlich, entwickeln sich die Tracks doch weitestgehend wie aus einem Guss… So recht erklären kann ich es mir nicht!
Vielleicht liegt es wirklich einfach daran, dass fast alle Lieder Überlänge haben, sechs Minuten und aufwärts, das komplette Album dauert mit 9 Liedern knapp 55 Minuten.
Vielleicht liegt es aber auch daran, das WEAPON hin und wieder schlicht von der infernalischen Linie abweichen und auch mal ein relativ melodisches Instrumental wie „LEFTHANDPATHYOGA“ spielen? Oder auch einfach mal komplett atypisch den Song „Trishul“ beginnen? Die orientalischen Elemente aus „Sardonyx“ sind zwar erfrischend, verhelfen dem Album im Gesamtbild aber leider nicht wirklich zu einer Einheit. Gegen Ende plätschern die Songs dann einfach nur noch so am Hörer vorbei. Doch das passt schon eher in das Gesamtbild, denn zum Beginn braucht man auch etwas, bis man in „The Devil’s Tomb“ rein kommt. Und gleichermaßen ist das auch wieder schade! Denn „Vested In Surplice„, „Vortex“ oder „The Inner Wolf“ sind eigentlich richtig gute Songs, die das Potential hinter WEAPON gut andeuten. Doch leider werden die Fähigkeiten nicht richtig ausgenutzt. Ein Jammer!

Beim nächsten mal sollten die Songs mehr auf den Punkt kommen, Ausflüge in melodische Gefilde vermeiden und sich auf die stärke von WEAPON beschränken: Absolut infernalische Klangwelten für die Postapokalypse im Fegefeuer! Doch solange reicht „From The Devil’s Tomb“ gerade mal für einen sauren Regen, bis man sich die letzte Immolation reinpfeifen kann…

[rating:3.5]

Infos:
Agonia Records – 29.10.2010
CD/2LP – 9 Lieder / 54:34 Min.